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Tübinger Menschenrechtspreis geht an Clara Böning

Die Tübinger Studentin Clara Böning bekommt den Tübinger Menschenrechtspreis 2017 verliehen. Sie hatte im Oktober 2016 eigenständig eine Spielgruppe für Kinder von Geflüchteten ins Leben gerufen. Zusammen mit anderen Helfern unternimmt Böning einmal wöchentlich unterschiedliche Aktivitäten mit den Kindern: Sei es einfach auf den Spielplatz gehen, zusammen Fußball spielen oder manchmal auch größere Ausflüge. Da geht es dann für viele Kinder zum ersten Mal Schlittenfahren, ins Schwimmbad oder die Gruppe besucht einen Bauernhof. Ein Erfolg: Aus der Spielgruppe sind noch weitere Gruppen wie Sprachtrainings oder Nachhilfe hervorgegangen.

Ein weiterer Bestandteil des Engagements von Clara Böning ist das „Buddy-Projekt“. Die Idee dazu entwickelte sich als der Gruppe auffiel, dass die Eltern sowie die Betreuer der Familien meist mit Behördengängen und anderen Aufgaben zu beschäftigt sind, um Zeit für jedes einzelne Kind zu finden. Bei dem Projekt werden Studierende Pate für jeweils ein Kind und können sich so für dessen individuelle Förderung und Interessen einsetzen.

Kinder von Geflüchteten im Tübinger Freibad – Foto: Juliane Bing/ Menschenrechtswoche

Die Jury findet das Engagement von Clara Böning und ihren Mithelfern beim AK Österberg besonders auszeichnungswert, weil das Projekt einen interkulturellen Austausch fördere und so einen wertvollen Beitrag zur Integration der Kinder leiste. Clara Böning setze sich – so die Jury in ihrer Begründung – „ohne viel Unterstützung, aber mit großen persönlichen Einsatz für eine der bedürftigsten Bevölkerungsgruppen ein: Flüchtlingskinder.“ Ihr Engagement helfe außerdem den Familien in Würde in Deutschland anzukommen.

In ihrer Dankesrede sagte Böning bescheiden, sie sei das Beispiel dafür, dass sich jeder engagieren könne. Wenn sie es geschafft habe, könne es jeder schaffen. Außerdem dankte sie ihren Helfern und den Kindern. Böning richtete aber auch einen Wunsch an die Politik: Die Kinder würden teilweise sehr gut Deutsch sprechen und seien in Schule und Stadt gut integriert. Es schmerze sie, wenn sie erfährt, dass einige Familien kein Bleiberecht erhalten würden und diese Kinder wieder zurück in den Irak oder den Iran müssten.

Der Tübinger Menschenrechtspreis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und vom Organisationsteam der Menschenrechtswoche ins Leben gerufen. Er soll ehrenamtliches Engagement in den Vordergrund rücken, der sonst oft im Hintergrund bleibt. Durch die Nominierung und Verleihung soll das vielfältige und wichtige Menschenrechtsengagement von Vereinen, Initiativen und anderen Gruppen in der Region Tübingen sichtbar gemacht und auszeichnet werden. Neben Clara Böning waren dieses Jahr noch die Wohnungslosenhilfe Tübingen, die Refugee Law Clinic und das Magazin Anklagen der Amnesty International Ortsgruppe Tübingen nominiert.

Die Jury des Tübinger Menschenrechtspreises bestand dieses Jahr aus Vertretern internationaler Menschenrechtsorganisationen. Mit dabei: Die EU Grundrechteagentur, das World Forum for Democracy des Europarats, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte sowie das Organisationsteam der Menschenrechtswoche.

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