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Kommentar: Wirklich LHG, das Ract!festival?

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Wenn es eine perfekte Möglichkeit gibt, um sich so richtig unbeliebt zu machen, dann ist es das, liebe LHG. Das Ract!festival ist gefühlt das einzige Ereignis, das vom StuRa mit-organisiert wird, das richtig viele Menschen in Tübingen anspricht und über die Stadtgrenzen hinaus strahlt. Es ist eine Institution in Tübingen und es ist beliebt. Da braucht es keine Statistiken und repräsentativen Umfragen, das sieht man an der Teilnehmerzahl und dem Presseecho jedes Jahr.

Ich verstehe die Punkte, die von den Liberalen angesprochen werden. Ja, es ist fraglich, wenn eine Person die Finanzen kontrolliert und gleichzeitig verwaltet. Ja, auch die Frage der Haushaltprüfung ist weiter nicht geklärt. Und ja, die Finanzierung über den AK ist auch fraglich. Zumindest ist es ein Buchhaltertrick, um nicht selbst durch den Antragsprozess zu müssen.

Beim Beschluss, ob man das Festival unterstützt, könnte man allerdings auch argumentieren, dass mit der Verabschiedung des Haushalts auch das Festival genehmigt ist, da dadurch ja Gelder dafür bereitgestellt werden. Der Punkt steht also eher auf tönernen Füßen. Auch die Haftungsfrage ist wahrscheinlich geklärt, da der act!-verein vermutlich eine Veranstaltungsversicherung abschließt, so wie jeder Veranstalter in dieser Größe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das nicht haben.

Es ist leider nicht glaubwürdig, dass die LHG das Ract!festival erhalten will. Denn dieser Antrag ist perfekt dafür gemacht das Ract! frontal zu treffen. Würde man das Festival eigentlich wollen, aber nur das Prozedere ändern wollen, dann sollte man hergehen und genau das tun. Man könnte fordern, dass der act!-verein sich genau so verhalten muss, wie jede andere Gruppe auch. Das würde für die Gerechtigkeit gegenüber anderen Gruppen und die Transparenz gegenüber dem Studierendenrat komplett Sinn ergeben. Auch der Interessenkonflikt wäre dann abgeschwächt.

Aber das wurde nicht gemacht. Es wurde einfach mal alles in Frage gestellt. Vor allem, ob der StuRa das Festival überhaupt finanzieren darf. Das ist aus meiner Sicht nicht fraglich. Erstens finanziert der StuRa wohl nur einen Teil der Kosten, es handelt sich um politische Bildung und das Festival zieht zu einem großen Teil Studierende aus Tübingen an.

Zu argumentieren, dass das ja dann bei der Prüfung rauskäme und dann wäre alles gut, ist zu kurz gedacht. Wenn man etwas will und sich bis jetzt keiner beschwert hat, dann kann man es auch weiter laufen lassen. Außer man will das Festival eigentlich nicht mehr haben.

1 Response

  1. Simon

    Ract kann man finden wie man will aber Gelder sind Gelder und Regeln sind Regeln. Auch wenn man es Unterstützen wollte muss man kritisieren wie diese Institutionen verhandeln und die Finanzen organisieren. Alles was hier im ersten Absatz abgetan wurde darf so nicht laufen und nur weil der Anteil an Hochschulpolitik Interessierten zu gering ist als dass das jemandem auffallen könnte finde ich gut dass die LHG darauf achtet dass alles mit rechten Dingen zugeht.

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