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Serie: Frust mit den StuRa Finanzen – Teil Zwei: Brechtbautheater

Am 20. Januar hatte selbst das Schwäbische Tagblatt groß über den massiven Haushaltsüberschuss im Studierendenrat (StuRa) berichtet. Die Finanzreferentin Christin Gumbinger hatte sich darin erstaunt gezeigt, dass es anscheinend „immer weniger studentische Gruppen“ gebe, die Anträge stellen. Wir hatten daraufhin auf unserer Facebook-Seite um Statements studentischer Gruppen zu ihrer Erfahrung mit dem Studierendenrat gebeten. Und die Geschichten kamen rein: Sie handeln von Bürokratie, schlechter Informationspolitik und daraus resultierender persönlicher Frustration. Sie zeigen auch: Das Engagement ist da, nur mit dem StuRa will niemand mehr zusammen arbeiten. Teil Zwei unserer Serie zeigt, wie eine Gruppe unter einem Zuständigkeitsstreit zwischen StuRa und der Universität leidet.

Von Constantin Pläcking

Bis 2013 war für das Brechtbautheater die Welt noch in Ordnung. Beim alten AStA konnten die Schauspielgruppen eine Förderung beantragen und haben diese auch bekommen. Pro Jahr waren das ca. 1000 €, die allen Gruppen oder Veranstaltungen, die das Theater nutzen, zugute gekommen sind. Da ist auch mal neues Licht-Equipment dabei gewesen oder ein neuer Boden.

Doch seit der Einführung der Verfassten Studierendenschaft in Tübingen ist das Geld weggefallen. Der Grund: Es fühlt sich auf einmal niemand mehr zuständig für das Brechtbautheater: Es habe sich da eine Situation eingependelt, „die von uns gerne mit Asterix und der Suche nach dem Passierschein A38 beschrieben wird“, sagt das Theater.

„Letzten Februar hatte uns der StuRa versprochen, uns zu ihrem halbjährigen Gespräch mit der Unikasse einzuladen, um die Situation zu klären, das ist nur leider bislang nicht passiert. Ich könnte mir daher vorstellen, dass das mehr eine Frage des Prinzips ist als eine Frage der Finanzen, dass wir kein Geld vom StuRa kriegen.“

Diese Vorahnung des Theaters ist nicht falsch. Die Universität streitet gegenüber Neckarstudent ab, dass sie für das Theater verantwortlich sei: „Es handelt sich um eine studentische Gruppe“, sagt Uni-Pressesprecherin Antje Karbe. „Mit der Einführung der neuen Studierendenvertretung ging die Förderung für solche Gruppen auf die Studierendenvertretungen über.“ Das sei gesetzlich so vorgesehen, also sei der Studierendenrat verantwortlich.

Die Studierendenvertreter sagen weiter das Gegenteil. Sie sehen die Universität in der Pflicht: „Es gibt dazu eine Vereinbarung mit der Universität, Gruppen, die zuvor durch den AStA gefördert wurden, weiterhin durch die Uni zu fördern.“ Uni-Pressesprecherin Antje Karbe sagt, der alte AStA habe damals studentische, musische und zentrale Gruppen gefördert. Die Universität habe die zentralen Gruppen übernommen und freiwillig zugesagt die musischen Gruppen ebenfalls zu fördern. Allerdings „nur temporär“, sagt sie. „Sobald der Haushalt verabschiedet und genehmigt ist, ist dies grundsätzlich Aufgabe der Verfassten Studierendenschaft.“  Das Brechtbautheater gehöre aber für die Universität noch nicht einmal zu den musischen Gruppen, sondern zu den studentischen. Die Finanzierung der studentischen Gruppen wurde direkt nach Einführung vom Studierendenrat übernommen.

Der Studierendenrat berichtet davon, dass das Thema immer wieder in Gesprächen mit der Universität angesprochen wurde und man habe dem Brechtbautheater damals geraten sich selbst an die Universität zu wenden. „Leider hörten wir seit dem nichts mehr vom Brechtbautheater und gingen daher – fälschlicherweise – davon aus, dass das Problem geklärt sei. Beim nächsten Treffen mit Vertreter*innen des Rektorats Anfang Februar wird das Thema daher nochmals angesprochen“, sagt der Studierendenrat. Außerdem wurde das Problem mit dem Brechtbautheater für die nächste Sitzung am Montag auf die Tagesordnung gesetzt.

Bis irgendetwas entschieden ist, wird erstmal weiter schwarzer Peter zwischen Universität und Studierendenrat gespielt. Ausbaden muss dieses Spiel am Ende das Brechtbautheater. Und die haben an dieser Misere wirklich keine Schuld.

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