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Wielandshöhe: Stadt heißt Hausbesetzung nicht gut, will aber keine Eskalation

Nach der Besetzung der ehemaligen psychiatrischen Tagesklinik Wielandshöhe auf dem Österberg kritisiert der Tübinger Baubürgermeister Cord Soehlke die Besetzer. Die Stadtverwaltung könne die Methode nicht gut heißen, da es sich bei einer Hausbesetzung um eine illegale Aktion handle. Sie wolle aber auch keine Eskalation der Lage.

Von Constantin Pläcking

Baubürgermeister Soehlke sei am Donnerstagabend bereits im Haus gewesen und habe mit den Besetzern gesprochen. Er und Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark hätten aber keinen Grund zum sofortigen Handeln der Polizei gesehen. “Wenn man die Besetzer gesehen hat, merkt man, dass diese keine Randalierer sind, im Gegenteil”, sagte Soehlke gegenüber Neckarstudent.de. Eine Räumung mit einer Hundertschaft der Polizei wäre nicht verhältnismäßig gewesen.

tumblr_static_8u2yl50bwow0ks0kksksk8kk4Stattdessen setzt die Stadt auf Dialog: Um Schäden zu vermeiden, sei im Einvernehmen mit den Besetzern ausgemacht worden, dass das obere Stockwerk abgesperrt werde. Außer einem Fenster sei auch nichts zu Bruch gegangen. Polizei und Ordnungsamt schreiben das den Besetzern zu, die Besetzer der Polizei. Auch die Diakonie Schwesternschaft Herrenberg-Korntal, der das Haus gehört, möchte auf Dialog setzen, deswegen sei auch noch keine Anzeige erstattet worden. “Es sind bereits Gespräche geführt worden und es sollen auch weitere Gespräche mit den Besetzern geführt werden”, sagt Michael Köhler aus dem Vorstand der Diakonie Schwesternschaft.

Soehlke sieht in den Vorkommnissen vor allem eine PR-Aktion gegen teuren Wohnraum. Die Besetzer wollten aber deutlich mehr, als die Stadt mit der Zweckentfremdungssatzung erreichen will. Der Gruppe geht es darum, dass das Gebäude nicht gewinnbringend verscherbelt werde, sondern “sozial” genutz werde. Im Juli waren Verhandlungen zwischen Wohnraumbündnis, Stadt und Diakonie gescheitert, das Gebäude als Wohnprojekt mit Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Die Diakonie wolle das Gebäude lieber verkaufen.

Das bestätigte die Diakonie gegenüber uns. In diesen Tagen sei ein Vertrag mit einem Maklerbüro unterschrieben worden. Jegliche Interessenten könnten sich nun um das denkmalgeschützte Gebäude bemühen. Auch Stadt und Mietshäuser Syndikat.

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