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“Identitäre Bewegung Schwaben” bekennt sich zu Schmierereien

Eine Gruppe, die sich selbst “Identitäre Bewegung Schwaben” nennt, hat sich zu den Schmierereien vor der Universitätsbibliothek und an weiteren Orten in Tübingen bekannt. Auf Facebook posten diese drei Fotos von den Schmierereien und von Schablonen mit deren Hilfe wohl die Worte in die Leichenzeichnungen geschrieben worden sind.

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Die neu-rechte Identitäre Bewegung bekennt sich zu den Schmierereien. – Quelle: Screenshot

Auf ihrer Facebook-Seite schreiben sie, dass es in den frühen Morgenstunden in der Tübinger Innenstadt “zu einem wahren Massaker” gekommen sei: “Folgende Opfer konnten Identifiziert werden: Familie, Identität, Tradition, Staatsgrenze, Sicherheit, Wohlstand, Journalismus, Objektivität, Meinungsfreiheit und Deutschland. Kriminologen gehen davon aus, dass die Taten mit antideutscher Politik und ideologischen Gesellschaftsexperimenten in Verbindung stehen.”

Die Identitäre Bewegung ist, laut Wikipedia, ein loser Zusammenschluss von rechtsextremen oder völkisch orientierten Gruppierungen. Sie unterstützen die von der Neuen Rechten entwickelte Ideen des Ethnopluralismus. Ihr Ziel ist, nach eigenen Angaben, die Aufrechterhaltung einer nationalen und/oder europäischen geschlossenen „Identität“, die vor allem von einer „Islamisierung“ bedroht sei.

Nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks ist die Gruppierung im Auge des Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt. Es gebe teilweise personelle Überschneidungen mit rechtsextremen Bewegungen. Das übliche Neo-Nazi-Klischee treffe auf die Bewegung jedoch nicht zu, sagte Hilmar Steffen, Referatsleiter Rechtsextremismus beim Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt dem MDR. So vermieden es die Mitglieder der Gruppierung beispielsweise, durch Straftaten wie Hakenkreuzschmierereien aufzufallen.

AfD-Landeschef André Poggenburg habe im April gesagt, man könne die “Identitäre Bewegung” noch nicht richtig einschätzen. Es gebe keinen Schulterschluss, aber Schnittmengen zu den Zielen der AfD.
Die Welt bezeichnete die Gruppierung in einem Artikel als “Neonazis, die so tun, als wenn sie keine wären”.

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