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Die PARTEI organisiert Fackelmarsch vom Österberg

Es war jahrelang ein Politikum in Tübingen. Der traditionelle Fackellauf und das Maisingen von einigen Tübinger Verbindungen immer am 30. April jedes Jahres. Von der Seite der Verbindungen wurde es als harmlose Tradition gesehen, mit der man sich bei den Tübinger Bürgern für die Gastfreundschaft während der Studentenzeit bedanken wollte. Auf der Seite der Gegner sah man im Fackellauf Parallelen zur NS-Zeit und in den gesungenen Liedern eine Demonstration reaktionärer Denkweise.

Das Ereignis rief jährlich hunderte Gegendemonstranten auf den Plan und mit ihnen auch Hundertschaften der Polizei. Es kam immer wieder zu Zwischenfällen. Seit 2009 gibt es das Maisingen und den Fackellauf nicht mehr. Ein Kompromiss zwischen den teilnehmenden Verbindungen und der Stadtverwaltung unter Boris Palmer. Stattdessen gibt es den sogenannten Bürgerfrühschoppen. Seit dem ist es ruhig in Tübingen. Der jährliche Polizeieinsatz ist Geschichte.

Jetzt möchte die Partei “Die PARTEI” laut einer Ankündigung auf Facebook die Tradition wieder aufleben lassen. Auf Facebook schreiben sie:

“In diesem Jahr findet erstmalig der Traditionelle Fackelmarsch und das Maisingen der PARTEI und der LISTE Tübingen statt. Ab 20.30 Uhr werden wir gemütlich mit Fackeln und Bier vom Österberg zum Holzmarkt ziehen und dabei alle drei Strophen des PARTEI-Liedes singen.
Im Anschluss ziehen wir ohne Fackeln, dafür mit mehr Bier, um die Häuser.”

Natürlich handelt es sich hier um eine bewusste Provokation. Ganz in der satirischen Tradition der Partei. Mit dem Thema Maisingen und Fackellauf wird damit allerdings eines der kontroversesten Themen der Stadt angepackt. Mit Gegendemonstranten ist aber wohl nicht zu rechnen.

Titelfoto: Stephan Zipperlen / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc)

5 Responses

  1. Martin

    “Auf der Seite der Gegner sah man … in den gesungenen Liedern eine Demonstration reaktionärer Denkweise.”
    Zur Info: bei den Liedern handelte es sich um “Alma mater tubingensis”, “Der Mai ist gekommen” und “Die Gedanken sind frei”.
    Es war eine ziemliche unheimliche Erfahrung für mich, “Die Gedanken sind frei” zu singen, während man von den ach so aufgeklärten Antifaschisten mit Farbbeuteln beworfen, bedroht und ausgepfiffen wird.

    1. cplaecking

      Ich habe nie behauptet, dass eine dieser Denkweisen berechtigt ist. Ich enthalte mich einer Aussage dazu. (CP)

  2. Jan

    “und in den gesungenen Liedern eine Demonstration reaktionärer Denkweise.”
    “Die Gedanken sind frei” ist natürlich ein sehr reaktionäres Lied, zumindestvor die aufgeklärten, stets zu ihrer Meinung stehenden (vermummten), friedlichen (Steine werfenden), demokratischen (linksextremen) Gegendemonstranten (“Antifaschisten”).

    1. cplaecking

      Siehe oben. Ich enthalte mich einer Wertung. Und das war die Denkweise der Gegendemonstranten. Ob man die für berechtigt hält steht nocmal auf einem anderen Stern.

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