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Länger einkaufen in der Altstadt – Der Löwen-Laden läuft

Der Altstadt-Netto ist Geschichte, bald zieht H&M mit einer Männerabteilung ins Untergeschoss. Mit dieser Entscheidung war der Edeka im Nonnenhaus der einzige Lebensmittel-Einzelhandel in der Altstadt. Eine Monopolstellung, der einige Bürger entgegen wirken wollten. Deswegen gibt es jetzt den von rund 600 Tübingern gegründeten Löwen-Laden, der ein Grundangebot für die Altstadt bieten soll.

Von Isabelle Jahn

Zwei Wochen alt ist der Löwen-Laden in der Tübinger Kornhausstraße, der von der „Genossenschaftsladen im Löwen eG“ eigenständig gegründet wurde. Vom Apfel bis zu Zigaretten bietet der Laden vieles an, was man häufig braucht – und das außer Sonntags täglich bis 21 Uhr. Durch die langen Öffnungszeiten unterscheidet sich der Löwen-Laden von anderen Einkaufsmöglichkeiten in der Tübinger Altstadt. So „eine Art Späti (Spätkauf, Anm. d. Red.)“ nutze man gerne, sagt ein Kunde, der sich über Bier aus dem Kühlregal des Ladens freut. Seit der Schließung des Netto im vergangenen Jahr fehlte so ein Angebot und solle jetzt „zum Teil ersetzt werden“, wie Almut Rassner, Aufsichtsrätin der Genossenschaft, erklärt. Es seien sogar noch längere Öffnungszeiten denkbar, wenn sich genug Personal finde. Am vergangenen Wochenende sei der Laden anlässlich des Stadtfestes bis 23 Uhr offen gewesen und so lange auch besucht worden.

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Die Mitarbeiter, zum Großteil Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft, freuen sich über den großen Zulauf und die positive Resonanz in der Kornhausstraße. Vor allem ehrenamtliche Mitglieder seien, so Rassner, eine große Unterstützung. Eine von ihnen ist Gemeinderatsmitglied Dr. Doris Bartelt-Rutz, die die Entwicklung des Ladens seit der Idee vor eineinhalb Jahren miterlebt hat. Jetzt steht sie mit Almut Rassner hinter der Ladentheke; während sich Bartelt-Rutz mit der Technik der Kasse anfreundet, betreut Rassner die Kundschaft und notiert sich nebenher deren Wünsche. Auf dem Tisch in der Sitzecke des Ladens, die zum Einpacken, Ausruhen und Kaffeetrinken einlädt, steht eine Box für die „Wunschzettel“ der Kunden. Die meisten Vorschläge, so Rassner, betreffen bestimmte Produkte und vielen sei man durch Nachbestellungen bereits gerecht geworden.

Wie die Aufsichtsrätin betont, habe man den erfolgreichen Auftakt des Löwen-Ladens auch der gelungenen Zusammenarbeit mit zuverlässigen und flexiblen Lieferanten zu verdanken. Ein Sortiment, das sowohl regionale Produkte als auch eine günstige Eigenmarke umfasst, solle der „vielfältgen Kundschaft“ gerecht werden. Besonders darin unterscheide sich der Löwen-Laden laut Rassner von der „großen Schwester“, dem Dorfladen Pfrondorf, der vor über zehn Jahren ebenfalls von einer Genossenschaft gegründet wurde. Bruno Gebhart, Vorstandsvorsitzender der „Genossenschaftsladen im Löwen eG“, war damals an der Gründung beteiligt und setzte seine Erfahrungen bei der Entstehung des neuen Ladens ein. Auch wenn sich der Löwen-Laden im Gegensatz zum Pfrondorfer Vorbild gegen große Supermarktketten im Umkreis behaupten muss, ist die Zuversicht der Gründer auf eine ebenso lange Zukunft groß.

 

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