Home > Studierendenrat > Uni-Wahl 2015: Kommentar zur Misere der nicht-abgegebenen Listen

Uni-Wahl 2015: Kommentar zur Misere der nicht-abgegebenen Listen

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Das hätte nicht passieren dürfen: Die unzähligen Fachschaften an der Philosophischen Fakultät haben es kollektiv verbummelt eine Liste für die Fakultätsratswahl abzugeben. Es werden viele nicht wissen, aber der Fakultätsrat ist für Entscheidungen, die das Studium betreffen das wichtigste Gremium. Hier geht es um neue Professoren an der Fakultät und die Verhängung akademischen Graden. Die Verteilung von Geldern und anderen Ressourcen wird besprochen. Aber auch um die Schaffung von Studiengängen und Änderung von Prüfungsordnungen geht es. Deswegen ist es besonders tragisch, dass es gerade an der Philosphischen Fakultät keine studentischen Vertreter gibt. Schließtlich trifft die Umstellung des Lahramtsstudiums auf BaEdu/MaEdu diese Fakultät am härtesten. Die Mitarbeiter und die Fakultätsleitung dürfen jetzt ein Jahr ganz alleine machen was sie wollen.

Aber eben nicht überall. Es gibt Gremien, die vom Fakultätsrat besetzt werden, in denen studentische Mitglieder zwingend vorgeschrieben sind. Wie die Besetzung im kommenden Jahr funktionieren soll, bleibt nebulös. Eine Lösung muss aber gefunden werden.

Gerade an diese Mitglieder des Fakultätsrats geht deswegen meine Bitte: Beschließen Sie in ihrer ersten konstituierenden Sitzung, dass die fünf Studierende zumindest als beratende Mitglieder bei den Sitzungen dabei sein und auch Redebeiträge einbringen dürfen. Zwar werden sie nicht mit abstimmen können, aber zumindest die Expertise und die Sicht der Studierenden wird für eine Entscheidungsfindung wichtig sein.

Formal-juristisch grundsätzlich nachvollziehbar, aber nicht verständlich halte ich die Entscheidung des Wahlausschusses. Natürlich muss alles rechtlich einwandfrei sein. Allerdings kann ich nicht verstehen, wie man etwaigen Mitbewerber-Listen schadet, wenn es faktisch keine solchen Mitbewerber gibt. Der Wahlausschuss hat die Entscheidung nicht in der Hand, deswegen geht meine Bitte auch an eine höhere Stufe, an den Senat. Sich auf die Gleichbehandlung bei Wahlen im Namen der Demokratie zu beziehen macht wenig Sinn, wenn man Demokratie dadurch verhindert. Ich weiß, es gibt zurzeit rechtlich keinen Handlungsspielraum für den Ausschuss und das Kind ist bereits im Brunnen. Allerdings sollte man sich in Zukunft überlegen, ob man diesen Handlungsspielraum für den Fall, dass es keine Wahlvorschläge gibt, schaffen möchte. Es wäre im Sinne der Demokratie.

Der letzte Punkt geht an alle von uns Studierenden. Dass es dazu gekommen ist, sollte auch ein Weckruf für uns sein. Die Fachschaften haben an der gesamten Uni Probleme mit dem Nachwuchs. Warum, das soll hier nichts zur Sache tun. Deswegen geht der Aufruf auch an euch: Macht in eurer Fachschaft mit. Geht nicht nur zur Uni, bewegt was an der Uni. Euch stört etwas in eurem Studium? Die einzige Möglichkeit, außer es resignierend hinzunehmen, ist die Mitarbeit in euren Vertretungen. Auch das sollte eine Lehre aus der Misere sein.

You may also like
Fakultätsratswahlen 2015: Universität lässt keine nachträgliche Nominierung zu
Kommentar: Warum Kritik am StuRa berechtigt ist
Liebesgrüße aus Moskau – Russlands Botschafter in Tübingen
Der „Räte-Komplex“ – Ansichten eines Demokraten zum Imperativen Mandat

Leave a Reply