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Neue Wohnungen am Güterbahnhof: „Tübingen wird nicht billiger, die Auswahl aber größer!“

Tübingen braucht Wohnraum. Das ist eigentlich jedem in der Stadt klar. Auch deshalb hat sich die Stadt entschieden die ungenutzten Flächen am ehemaligen Güterbahnhof zum Baugebiet zu erklären. Wird Wohnen damit in Zukunft erschwinglicher werden? Am Freitag wurden die Pläne für das Viertel vorgestellt.

Von Olga Kazarova

Gute Nachrichten an einem Freitag, den 13. März 2015? In Tübingen stellten Oberbürgermeister Boris Palmer, Baubürgermeister Cord Soehlke, Tim von Winning und Stadtplaner Reinhard Vögele den aktuellen Bebauungsplan für den ehemaligen Tübinger Güterbahnhof vor. Rund 570 neue Wohnungen, mehrere Geschäftsräume und weitere Gewerbeflächen sollen bis zum Jahr 2018/2019 um und auf ungenutzter Fläche entstehen. Was so vielversprechend klingt kann jedoch nicht billig sein. Das Projekt, in Partnerschaft mit der Aurelis Real Estate, wird sich erst nach dem 23. März 2015 in trockenen Tüchern befinden und rund 200 Mio. Euro kosten. Aurelis selbst wird sich mit einem Baukostenzuschuss von 1,2 Mio Euro beteiligen.

Laut OB Boris Palmer seien die Verhandlungen mit dem Partner kein Leichtes gewesen, es ist zum derzeitigen Zeitpunkt sogar der schwierigste städtebauliche Vertrag Tübingens. Darüber hinaus wurden höchste Standars für einen modernen Städtebau entwickelt und Verhandlungsziele erreicht, die bisher unvorstellbar waren. Wie lässt sich aber das Interesse der Aurelis an solch einem Projekt begründen? Natürlich steht auch hier der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund, denn an neu geschaffenen Handelsflächen lässt sich kräftig mitverdienen. Ein weiterer Grund könnte auch das Vertrauen in die Erfahrung der Stadt Tübingen sein. „Ein Entwicklungsrisiko ist so gut wie gar nicht vorhanden. Beide Parteien gewinnen an Know-How dazu.“, so Oberbürgermeister Palmer.

Auf der etwa zehn Hektar großen Fläche möchte die Stadt einen gemischt genutzten Stadtverkehr, bestehend aus öffentlichen und privaten Räumen, in Gang bringen. Die bald günstig erworbene historische Güterhalle soll dabei bis auf einige Änderungen erhalten bleiben. Unsicher ist man sich noch über die vielen neuen Nutzungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Einrichtung einer Kindertagesstätte, eines Stadtarchivs oder eines Dokumentationszentrums. Trotz Bürogebäuden, Gastronomie und Textilhandel soll Tübingen jedoch kein zweites Metzingen werden. Wohnraumfinanzierungen durch Baugruppen mit verschiedenen architektonischen Stilrichtungen, wie sie unter anderem im Französischen Viertel zu finden sind, sind erwünscht. Tübingens bekannter Flair mit dem Prinzip der Kleinteiligkeit und Vielfalt soll erhalten bleiben. Auch die noch unansehnliche Eisenbahnstraße soll in neuem Glanz erstrahlen und eine neue Richtung einschlagen. Ob Tübinger Studenten sich ebenfalls einen Platz an der Sonne ergattern können, bleibt vorerst unklar. Im Gespräch sind mehrere kleine Apartments zu bisher unveränderten Tübinger Mietpreisen.

Wer also mit dem Gedanken spielt sich von Tübingen abzuwenden und andernorts umzusehen, sollte damit noch warten. In Stein gemeißelt ist allerdings noch nichts.

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