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“Wir dürfen keine Angst haben” – Schweigeminute im Gemeinderat zu den Anschlägen in Paris

Nach dem Mord-Anschlag auf die Redaktion des kritisch-satirischen Magazins “Charlie Hebdo” am Mittwoch in Paris, hat sich auch der Tübinger Gemeinderat in einer Schweigeminute während der heutigen Sitzung solidarisch mit den Opfern und deren Angehörigen gezeigt. Boris Palmer vergleicht in seiner Rede vor dem Gemeinderat die Ideologie des radikalen Islamismus mit der rechtsradikalen Ideologie der NSU-Terror-Zelle.

"Ich bin Charlie" - Mit diesem Zeichen nehmen Menschen Anteil an den Morden am Mittwoch in Paris.

“Ich bin Charlie” – Mit diesem Zeichen nehmen Menschen Anteil an den Morden am Mittwoch in Paris. – Quelle: charliehebdo.fr

Von Constantin Pläcking

“Der Angriff mitten in Frankreichs Hauptstadt galt mehr unseren Grundwerten als den Individuen. Die Freiheit zu glauben und die Freiheit, eine Meinung zu äußern, sind zwei zentrale Errungenschaften der europäischen Aufklärung”, sagt Tübingens Oberbürgermeister in einer Rede vor dem Gemeiderat. An diesem Tag werde über den Haushalt 2015 beraten. Das geschehe demokratisch und deswegen solle sich auch niemand daran gehindert fühlen, etwas dagegen zu sagen oder es zu verspotten, so Palmer. “Wir dürfen keine Angst haben, dieser unmenschlichen Gewalt entgegenzutreten.”

Gleichzeitig verurteilte Palmer die Forderung von Front-National-Chefin Marine Le Pen nach der Todesstrafe. Diese helfe nicht Gewalt und Mord einzudämmen. Außerdem warnte er davor, radikalen Islamismus und die Weltreligion Islam in einen Topf zu schmeißen und alle Muslime für den Terrorismus verantwortlich zu machen. “Fremdenfeindlichkeit und PEGIDA-Parolen treten die europäischen Werte der Aufklärung und Toleranz mit Füßen”, sagt Palmer. Es sei auch nicht die exklusive Idee von Islamisten, unschuldige und unbeteiligte Menschen im Namen der Ideologie zu töten. Palmer erinnert in diesem Zusammenhang an die Morde der NSU-Terror-Zelle.

“Wir wollen in unserer Stadt friedlich zusammenleben. Wir wissen, welch ungeheuren Wert eine offene Gesellschaft hat. Wir sehen an unserer Universität, wie Menschen aus der ganzen Welt Spitzenforschung betreiben, die nur mit Landeskindern auf Provinzniveau zurückfallen würde. Wir werden unsere Freiheit verteidigen. Auch deshalb sind heute unsere Gedanken bei den Opfern des Terrors in Paris und ihren Freunden und Verwandten”, sagt Palmer abschließend.

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