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Kommentar: Vollversammlung war keine Werbung für die Hochschulpolitik

Exkutivorgan der verfassten Studierendenschaft - Foto: Pläcking

Exekutivorgan der verfassten Studierendenschaft – Foto: Pläcking

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Es war als Werbung geplant. Eine Werbung für den StuRa und seine Arbeitskreise. Möglichst viele Menschen sollten kommen, zuhören und sich danach entscheiden mitzumachen. Gekommen sind 80. Das sind knapp 0,3 % aller Studierenden. In der kurzen Pause sind von den 80 noch etwa 30 gegangen. Wahrscheinlich aus Langeweile. Die, die geblieben sind, mussten verwundert feststellen, wie schlecht geplant die Vollversammlung war.

Als erstes war der Zeitpunkt. Kurz vor Weihnachten Mittwochs um 16 Uhr. Da haben die meisten Studierenden noch Uni. Die, die keine Uni haben, sind schon mit den Gedanken bei ihrer Familie oder im Weihnachtseinkaufsstress. Dazu kam der Flyer und die Werbung. Sie war unzureichend.

Doch das größte Problem offenbarte sich vor allem am Ende der Veranstaltung. Erst 15 Minuten vor Schluss kam es zum eigentlich spannenden Teil. Der Runde mit den Anträgen. Doch da wurde kurzerhand erzählt, die Anträge seien nicht rechtzeitig eingereicht worden. Warte mal. Das stand so aber nirgendwo. Stattdessen wurde groß mit der Mitbestimmung geworben. „DU bist ein Teil von uns“ stand auf den Flyern. Jetzt sollte das alles nicht mehr stimmen? Eine Farce.

Das beste Argument war folgendes: Weil so wenig Menschen da seien, könnte man auch gar nicht abstimmen, da es zu leicht sei als Interessensgruppe eine Mehrheit zu erlangen. Das ist auch richtig und beschreibt das größte Problem bei solchen Veranstaltungen. Doch wenn man sich entscheidet, so etwas zu machen, dann muss man es auch ernst nehmen.

Obwohl dann doch noch abgestimmt wurde, war viel zu wenig Zeit dafür. Es kam zu keiner Diskussion mehr. So wurde ein wohl kontroverser Antrag ohne Verhandlung beschlossen: Jeder Arbeitskreis bekommt einen Verantwortlichen. Ich kann das nur begrüßen. Der Chef des AK Öffentlichkeitsarbeit kann so zum Pressesprecher werden. Allerdings bezweifle ich, dass es auch im StuRa beschlossen wird. Da wird die Ideologie wohl gegen die basisdemkratische Mehrheit auf der Vollversammlung gewinnen.

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