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Kommentar: Warum Kritik am StuRa berechtigt ist

Sitzung des Studierendenrat. Foto: Constantin Pläcking

Sitzung des Studierendenrat #1. Archivfoto: Constantin Pläcking

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

In meiner Berichterstattung über den Studierendenrat (StuRa) kritisiere ich regelmäßig dessen Strukturen und teilweise auch die Arbeit. Dazu sagen mir manche, es wäre ungerecht Leute zu kritisieren, die sich in ihrer knappen Freizeit engagieren. Grundsätzlich ist gute Intention und Einsatz für die Gesellschaft auch positiv zu bewerten. Im Falle des StuRas kommen allerdings noch weitere Faktoren dazu. Die studentischen Vertreter im StuRa sind von allen Studierenden gewählt und übernehmen deswegen eine öffentliche Aufgabe. In dieser Aufgabe verwalten sie Hunderttausende von Euro, die sie frei zur Verfügung haben. Das ist mehr als die Organisation eines Kuchenverkaufs beim Sportverein.

Bis jetzt ist im StuRa nichts transparent. Wenn man einen Antrag auf Übernahme stellt, ist es wie vor Gericht oder auf Hoher See. Man ist in Gottes Hand. Warum etwas abgelehnt wurde, ist nicht ersichtlich, durch die imperativen Mandate sind die Diskussionen sowiso komplett unwichtig. Die Förderungskriterien sind unklar. Es gibt keine Auflistung von Beschlüssen auf der Webseite. Man muss es mühsam aus den Protokollen herausarbeiten. Wenn diese überhaupt veröffentlicht werden.

Aber das wichtigste: Es gibt keinen Ansprechpartner. Wenn ich eine Frage an den StuRa habe, zum Beispiel zu bestimmten Inhalten oder sogar zu eigenen Pressemitteilungen, dann habe ich keine andere Wahl als eine E-Mail an den Geschäftsführenden Ausschuss (GA) zu schicken, die mir dann meistens nicht beantwortet wird. Kommt eine Antwort, ist das Thema meistens schon wieder durch oder ich habe einen Artikel bereits ohne Stellungnahme aus der Studi-Vertretung gemacht.

Es kommt einem so vor, als ob man gerne unter sich bleiben will und sein Ding am besten unter dem Radar der Öffentlichkeit machen möchte. Dabei hört man aus Fachschaftskreisen, dass neue Mitarbeit z.B. in der FSVV erwünscht ist. Dass es unbedingt eine Reform des Abstimmungssystems bei den Räten benötigt, scheint an der Betriebsblindheit zu liegen, die sich dort festgesetzt hat. Dass immer weniger Fachschaften in die FSVV Sitzung kommen, sollte ein Zeichen sein. Nämlich endlich aufzuwachen und den Neubeginn zu wagen. Offensiv. Vor allem bei der Information. Dazu braucht es endlich einen Menschen der verantwortlich ist. Einen Pressesprecher oder Kommunikationsdirektor. Dieser wäre für Flyer, Webseite, Facebook-Seite und Pressemittteilungen zuständig. Außerdem würde er die Fragen der Presse zeitnah beantworten. Ich hätte auch kein Problem, wenn dieser für seine Arbeit entlohnt würde.

Ich möchte nicht wieder vom SWR angerufen werden, weil diese denken ich sei der Pressesprecher des StuRa. Nur weil bei mir eine Telefonnummer steht. Anders als beim StuRa.

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