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Kalauer über die ARD – Querfeldein mit Pierre M. Krause

Es ist ein Abend voller Blödelei, vieler Wortwitze und einiger Einblicke am Montagabend im Ribingurumu. Wieder einmal hat der Verein Querfeldein geladen, wieder einmal war die Veranstaltung ausverkauft. Zu Gast war Pierre M. Krause, der Moderator der Sendung SWR3 Late Night im SWR-Fernsehen. Außerdem ist er bekannt als Sidekick von Harald Schmidt.

Von Constantin Pläcking

Pierre M. Krause erklärt Max Scherer den perfekten Stand-Up. - Foto: Pläcking

Pierre M. Krause erklärt Max Scherer den perfekten Stand-Up. – Foto: Pläcking

“Wir laufen nach einer in 4:3 produzierten Wiederholung von ‘Familie Heinz Becker’ und ‘Hannes und der Bürgermeister'”, sagt Pierre M. Krause. Er scheint es mit Humor zu nehmen, wirkt dabei aber ein wenig frustriert mit dem Öffentlich-Rechtlichen System. Ganz besonders oft macht er an diesem Abend Witze darüber, wie sich die Verantwortlichen in der ARD mit jungen Inhalten schwer tun. Er selbst sei überhaupt nur im SWR gelandet, weil man Alibi-Mäßig was für Junge machen wollte. “Man lässt ein paar Spacken TV machen, um sich nicht sagen zu müssen, man würde kein junges Programm machen”, sagt Krause.

Krause hat für den SWR mit der Sendung DASDING.tv angefangen. “Die lief Samstags morgens um Neun.” Wer einmal drüber nachdenkt, der weiß: Am Samstag früh schalten Jugendliche nicht oft den Fernseher ein. “Wir hatten keine Ahnung, die haben uns aber trotzdem eingekauft. Aber: Es hat ja auch niemand gesehen.”

Über die Produktion seiner jetzigen Show gibt er tiefe Einblicke an diesem Abend. “Wenn man keine Ideen hat, dann redet man einfach fünf Minuten länger mit dem Gast”, sagt Pierre M. Krause. Er scheint sich eingerichtet zu haben in seiner Nische, zumindest behauptet er das: “Ich habe einen guten Job und kann das machen, was ich will. Das ist schon ein kleiner Traum.” Das Hauptprogramm sei keine Ambition für ihn. Er würde nicht nein sagen, wenn es komme. “Einen Platz im Ersten bekommt man aber nur durch Beziehungen.” Außerdem hinge es auch an der internen Senderpolitik.

Im Verlaufe des Abends gibt Krause auch Nachhilfe in Comedy. Moderator Max Scherer möchte wissen, wie der perfekte Stand-Up geht:

Als erstes müsse man die Nachricht erklären, über die man spricht. Zum Beispiel mit der CSU und dem Deutsch sprechen. Das nenne sich Set-Up. Das gebe dem Publikum eine Erwartungshaltung. Dann müsse man die Erwartungen mit der Punchline brechen.  Das geht am besten mit einem überzogenen Vergleich. Als letzten Trick könne man auch immer was mit Rainer Kalmund und Lothar Matthäus machen. Oder man recycle was von Fips Asmussen über die Deutsche Bahn. Das funktioniere immer. Allerdings sind auch neue Ideen wichtig für die Show. Doch wie man die bekommt ist oft schwer. Ein Geheimnis gebe es da nicht: “Das passiert einfach”, sagt Krause. Er nehme es eher wie Loriot: “Wer gut beobachtet, der braucht keine Ideen mehr.”

Die Veranstaltung ist geprägt von Lachern, von Witzen und von Blödelei. So wird mit gelbem Klebenband ein Raucherbereich auf die Wand gekelbt in den man die Zigarette halten muss. Das ist wenig inhaltlich, aber lustig. Doch genau das ist Krauses Job. Innerhalb der Blödelei doch Inhalt rüberzubringen. Er schafft es spielend. Insgesamt ein runder Abend mit einem lustigen Pierre M. Krause und vielen Einblicken in die Arbeit bei eine Late Night Show.


Wie eine typische Late Night aussieht hat Krauses Kollege Philipp Walulis herausgefunden.

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