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TOS distanziert sich offiziell von Klagedrohung

TOS-Buchladen Jesus live am Marktplatz. - Foto: Pläcking

TOS-Buchladen Jesus live am Marktplatz. – Foto: Pläcking

Von Constantin Pläcking

Die evangelikale TOS-Gemeinde Tübingen hat sich offiziell von der ausgesprochenen Klagedrohung distanziert. Ein Mitglied der TOS-Studentengemeinde hatte sich in den Sitzungen des Studierendenrats (StuRa), der Fachschaften Vollversammlung (FSVV) und des AK Gleichfilms gegen die Vorstellung der NDR-Dokumentation “Der Schwulenheiler” im Rahmen der Reihe “Gleichfilm” eingesetzt. Als entschieden wurde, den Film dennoch zu zeigen wurde mit Klage gedroht. Laut Heinz Reuss, Pressesprecher der TOS, ging es “ihr nicht darum, die Aufführung des Films „Die Schwulenheiler“ um jeden Preis zu verhindern, sondern unsere Position zu dem Film zu vertreten, den wir als diffamierend gegenüber Christen empfinden und der Auffassung Ausdruck zu verleihen, dass er damit nicht in eine Reihe passt, die „Gleichfilm“ heißt.” Das sieht die ARD anders. Auf ihrer Webseite nimmt sie dezidiert zu den Vorwürfen stellung.

Konkret geht es um die Filmbeschreibung im Programm des Gleichfilms. Hier wird der Inhalt zusammengefasst, um einen Eindruck des Films zu vermitteln. Laut TOS enthalte die Ankündigung zum Film eine falsche Aussage, die suggeriere, dass die TOS Homosexualität für eine “heilbare Krankheit” halte. “Die Vertreterin versuchte im AK Gleichfilm zu erreichen, dass der Text der Ankündigung entsprechend geändert wird”, so Reuss. Vertreter der FSVV und das AK Gleichfilm halten die Formulierung allerdings weiterhin für akzeptabel.

Rechtliche Schritte wolle die Gemeinde nicht gehen, sagt Reuss.

 

Der Ankündigungstext zu “Der Schwulenheiler” des AK Gleichfilms:

“Von schwul zu hetero durch Psychoanalyse und Gebet? Christian Deker begibt sich für eine NDR-Dokumentation auf eine Reise in strenggläubige christliche Kreise, in denen seine sexuelle Orientierung für eine Sünde gehalten wird. Er trifft auf Ärzte und freikirchliche Pfarrer, die ihn – sogar auf Kosten der Krankenkasse – von seiner Homosexualität „heilen“ wollen und stattet auch der Tübinger Freikirche TOS einen Besuch ab. Die Grundüberzeugung, mit der er konfrontiert wird: Homosexualität sei eine unnatürliche Krankheit, die es zu kurieren gelte.”

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