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Gleichfilm: Freikirche TOS droht mit Klage gegen StuRa

Flyer des AK Gleichfilm erzeugt Wiederstand bei der TOS - Foto: Pläcking

Flyer des AK Gleichfilm erzeugt Widerstand bei der TOS – Foto: Pläcking

Von Constantin Pläcking

Eigentlich sollte es nur eine Vorführung eines Films in Rahmen der Reihe Gleichfilm des StuRa sein, doch jetzt entwickelt sich die Vorführung der NDR-Panorama Dokumentation “Der Schwulenheiler” zum Politikum. Die  evangelikale Gemeinde TOS, die im Film vorkommt, versucht mit allen Mitteln die Aufführung am 17. Dezember zu verhindern. Anscheinend ist ein Vertreter der streng gläubigen Kirchengemeinde am Montag in der Sitzung des Studierendenrats (StuRa), der Fachschaften Vollversammlung (FSVV) und des Arbeitskreises (AK) GleichFilm erschienen, um sich über die Aufführung und den dazugehörigen Flyer zu beschweren. Es werde der Eindruck erweckt, dass die TOS Homosexualität als “heilbare Krankheit” ansehe.

FSVV und AK haben trotzdem beschlossen den Film zu zeigen und auch weiter Flyer zu verteilen. Die TOS drohte daraufhin mit einer zivilrechtlichen Klage wegen übler Nachrede. Außerdem wolle man innerhalb der Universität Druck auf die Verfasste Studierendenschaft ausüben. Die TOS behauptet, der Film sei “nicht um Objektivität bemüht”, verkürze Fakten und gebe diese einseitig wieder. Auf Seiten der FSVV sieht man allerdings keine Probleme mit dem Film und dem Flyer. “Wir haben keine Angst vor einer Klage. Der AK hat sich zusammengesetzt und sich rechtlich abgesichert”, sagt Christin Gumbinger von der FSVV. “Wir wollen den Termin jetzt in eine größere Location verlegen und möglicherweise noch eine Podiumsdiskussion dazu veranstalten.”

Die TOS Gemeinde ist in Tübingen durchaus präsent. Sie sind diejenigen, die auf dem Holzmarkt auf der Leiter predigen, zu denen der Laden “Jesus live” am Marktplatz gehört und die, die mit dem Prorgamm “Rent a German Family” wohl versuchen ausländische Studierende in ihre Kirche zu locken. Sie lehnen schwule und lesbische Paare offen ab. Zwar halten sie Homosexualität offiziell nicht für eine Krankheit, sehen, laut einem Statement auf ihrer Webseite, “allerdings praktizierte Homosexualität – wie andere Formen der außerehelichen Sexualität – grundsätzlich als unvereinbar mit der für den christlichen Glauben maßgebenden biblischen Ethik an.” Sie setzen sich außerdem offen gegen die sogenannte Homo-Ehe ein.

Ein Statement der TOS zum aktuellen Fall war bis zur Veröffentlichung nicht zu bekommen. Update: Inzwischen ist ein Statement eingetroffen.

Die Reihe Gleichfilm zeigt vor allem Filme, die sich gegen Diskriminierung jeglicher Art einsetzen. Es ist geplant “Der Schwulenheiler” am 17.12. um 20 Uhr im Hörsaal Theologicum zu zeigen.

 

 

 

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