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Übergriff auf Gysi im Bundestag – Täter von Tübinger Abgeordneten eingeladen

Heike Hänsel im NeckarSTUDENT-Interview. Foto: Pläcking

Heike Hänsel im NeckarSTUDENT-Interview. Foto: Pläcking

Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei wurde am Montag von zwei israelfeindlichen Aktivisten im Bundestag bis auf die Toilette verfolgt und dort bedrängt. Im Netz ist auf einem Video zu sehen, wie der zornige Linksfraktionschef vergeblich versucht, den Kameramann zurückzudrängen und die Türe zur Bundestagstoilette zu schließen.

Von Constantin Pläcking

Gregor Gysi hatte zuvor untersagt, dass beiden Publizisten Max Blumenthal und David Sheen vor der Fraktion sprechen. Zu verdanken hat Gysi diese Grenzüberschreitung ausgerechnet eigenen Abgeordneten. Die als notorische Israelkritiker bekannten Parlamentarierinnen Annette Groth, Inge Höger und die Tübingerin Heike Hänsel hatten Blumenthal und Sheen in den Bundestag eingeladen.

Bereits am 9. November, dem Jahrestag der Reichsprogromnacht, waren die beiden auf Druck des Grünen-Politikers Volker Beck und der Bundestagsvizeprsidentin Petra Pau (Linke) von einer Veranstaltung zum Nahostkonflikt ausgeladen worden. Blumenthal sei bekannt dafür, konsequent antisemitische Vergleiche zwischen Israel und dem Nationalsozialismus zu ziehen, heißt es in einem offenen Brief, den die beiden Parlamentarier zusammen mit Reinhold Robbe, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft unterzeichnet hatten.

Die drei Parlamentarieriennen haben sich inzwischen bei Gregor Gysi dafür entschuldigt. Gysi selbst sprach in der Bild-Zeitung von einem klaren Übergriff auf seine Privatsphäre. Man könne unter solchen Bedingungen nicht reden. Es habe eine aggressive Stimmung geherrscht. Die eigenen Abgeordneten hätten ihn allerdings nicht verfolgt, sagte Gysi. Matthias Höhn, Bundesgeschäftsführer der Linken, bezeichnete die Entschuldigung der drei Parlamentarierinnen als das Mindeste, als Konsequenz aber zu wenig. „Ein solches Verhalten ist mit meinem Verständnis linker Politik und politischer Kultur nicht vereinbar“, postete er auf Facebook.

Heike Hänsel war vor der Wahl 2013 im Interview bei neckarSTUDENT:

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