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Kommentar: Tierschützer machen unglaublich schlechte PR

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Schockierende Bilder im TV, die unhaltbar Zustände zeigen sollen. Und dann auch noch im grünen Tübingen. Da eskaliert es in der Seele des grünen Tierschützers und man versucht dem Ärger irgendwie Ausdruck zu verleihen. “Da muss man was machen!” ruft man innerlich. Und dann kommt noch der grüne OB Boris Palmer daher und zitiert im Prinzip das Max Planck Institut (MPI). Alles ist gut, so die Essenz seiner Stellungnahmen. “So habe ich das aber nicht im Fernsehen gesehen”,  sagt man sich und regt sich auf.

Dass Wut aber ein schlechter Ratgeber in der Diskussion ist, das wird dabei vergessen. Es ist egal was Palmer bei Facebook postet, ob beleuchtete Fassade oder Wahlkampfbotschaft, immer postet man in den Kommentaren darunter Bilder gequälter Affen. Und das nervt alle anderen Menschen. Schließlich möchte man sich nicht immer nur mit Tierschutz beschäftigen. Es nervt auch weil es keine Diskussion mehr ist, sondern Spam. Also dem Rumschreien und mit Bauklötzen werfen des Internets.

Und genau das ist das Problem. Auf einmal nimmt man die Tierschützer nicht mehr ernst und das eigentliche Ziel, das der Information des Lesers, verkehrt sich ins Negative. Man denkt: Das sind militante Weltverbesserer. Die sagen Dinge, die überwiegend einseitig sind und haben die Realität aus den Augen verloren. Das Problem: Zum Teil haben die Leute allerdings recht.

Wenn ein langjähriger Freund des Hauses als unabhängiger Beobachter dem MPI ordnungsgemäßes Handeln attestiert, dann ist das Augenwischerei und nicht viel mehr. Auch ein Besuch des OB wird wohl nicht wirklich realistische Umstände zeigen. Das sollte auch Palmer wissen, schließlich muss man nach einer solchen Berichterstattung mit dem Besuch von Politikern rechnen. Objektiv kann das nicht sein. Auch die Gegner müssen gehört werden.

Trotzdem fällt das für viele nicht mehr ins Gewicht und die PR Abteilung des MPI hat leichtes Spiel, denn die Glaubwürdigkeit der Gegner ist schon verspielt. Durch Spam.

Siehe auch: Ein guter Kommentar von Katharina Thoms vom SWR Landesstudio Tübingen

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