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Palmer Gate-Gate! Jetzt wird Schorle serviert.

Eine Meldung geht durch Deutschland. Ein Schwabe beschwert sich bei einem anderen Schwaben, dass er kein Apfelschorle bekommt. Der Spiegel hält Boris Palmers Facebook-Post für so wichtig, dass man daraus eine wunderbare Nachricht machen kann. Andere Zeitungen haben ebenfalls des Oberbürgermeisters neues Schorle als Thema, manche sogar auf dem Titel.

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

DSC_0499Die üblichen Menschen kommentieren bei Facebook, in der für Palmers Seite beim Sozialen Netzwerk bekannten Weise, einen flapsigen Kommentar. Wow, welch neue Erkenntnis! Im Prinzip kann man die Kommentare folgendermaßen gliedern: Es gibt diejenigen, die dem Wirt schlechten Service vorwerfen, diejenigen, die ihm schlechten Geschäftssinn unterstellen und es gibt die, die Palmer vorwerfen aus einer Fliege einen Elefanten zu machen und die, die ihn arrogant nennen. Wer Palmer auf Facebook geliked hat, dem kommt das alles nur zu bekannt vor.

“Typisch Grün!” gegen “Er hat doch recht!”. Im Süden nix Neues.

Ich frage mich vor allem eins: Warum ist das überhaupt ein Thema? Dazu noch für Spiegel-Online. Oder die Deutsche-Presse Agentur (dpa), die es zuerst verbreitete? Das einzige, was man daraus gewinnen kann wäre vielleicht, dass es wohl einigen Menschen auch schon passiert ist, nicht auf einer geschlossenen Terrasse bedient worden zu sein. Dass Boris Palmer das auf Facebook verbreitet ist auf jeden Fall keine Nachricht. Die einzigen die so etwas freut, ist der politische Gegner der Grünen, vor allem die CDU. Wie immer prescht die Junge Union in Gestalt von Alkmar von Alvensleben gleich mal vor und spricht von Extrawurst für Palmer und tritt das Nicht-Thema mal so richtig schön breit. Das ist genau so vorhersehbar und lächerlich wie sich über den Wirt zu beschweren.

Doch Boris Palmer wäre nicht er selbst, wenn er jetzt nicht öffentlich anbieten würde den Streit – oder Nicht-Streit – beizulegen. Er will Kellnern, am besten auf der Terrasse. Ganz besonders positiv für ihn ist dabei wohl das Foto, das in allen Zeitungen erscheinen wird: Palmer kellnert. Oder aus Marketing-Sicht: Der bürgernahe OB-Palmer macht einen kleinen menschlichen Fehler mit viel Herzlichkeit wieder gut. Besser kann es im Wahlkampf wohl nicht laufen.

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