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Palmer: “Die Stadt hat wiederholt und glasklar erklärt, dass eine Strandbar gewünscht ist, aber das Konzept ohne Fußball auskommen muss.”

Im Zuge des Streits um die Fußballübertragung hat Boris Palmer unsere Fragen beatwortet. Nachfragen waren nicht möglich. Hier seine Antworten:

Strandbar palmer2

Der Streit ist nun beigelegt. Montage: Pläcking

1. Bleiben Sie auch nach dem Mitschnitt bei ihrer Aussage “Versprochen ist versprochen”?

Mir liegt der Mitschnitt mittlerweile vor. Wörtlich sagt einer der Betreiber dort auf eine Frage nach Fußball WM und Public Viewing: “Leider gestorben. Wir hätten das gerne gezeigt, aber das ist leider nicht möglich.” Wie hätten Sie als Anwohner diese Aussage interpretiert ? Die Stadt hat wiederholt und glasklar erklärt, dass eine Strandbar gewünscht ist, aber das Konzept ohne Fußball auskommen muss. Die Betreiber haben dem zugestimmt. Ja, ich bleibe dabei, dass man sich an solche Zusagen auch halten muss.

2. Wem haben Sie welche Versprechen in Richtung Public Viewing gegeben?

Niemand, ich habe auf die Frage, ob es in der Strandbar Public Viewing geben wird, wahrheitsgemäß gesagt, dass das nicht der Fall sein wird. Und ich bin nicht bereit, das wichtigste Kapital meines Amtes, nämlich Vertrauen, zu riskieren, indem ich für den Bruch von Zusagen durch andere in Mithaftung genommen. Auf das Wort des OB muss man sich verlassen können.

3. Warum ist es so ein großes Problem, wenn die beiden Betreiber Fernseher aufstellen?

Das ist kein Problem. Das Problem ist, dass wir grosse Mühe hatten, die Anwohner davon zu überzeugen, dass die Strandbar für sie keine unzumutbare Lärmbelastung ist. Teil des Pakets war der Verzicht auf Fußballübertragungen. Übrigens haben die Betreiber auch eine Leinwand aufgestellt. Wenn jetzt behauptet wird, die Zusagen gegenüber der Anwohnern hätten sich nur auf Leinwände und nicht auf Fernseher bezogen, dann wurde nicht einmal diese Zusage eingehalten.

4. Wie definieren Sie “Public Viewing”?

Das tue ich nicht. Dafür gibt es Verordnungen. Ich nehme an, Sie wollen darauf hinaus, dass Fußball auf der Strandbar kein Public Viewing ist. Worum geht es uns da? Fußballpublikum verhält sich erfahrungsgemäß lauter und risikofreudiger als normale Strandbarbesucher. Die Lautstärke können wir den Nachbarn nicht zumuten und das Absturzrisiko spricht sehr gegen große Fußballversammlungen auf einem Parkhausdach.

5. Was sind ihre Gedanken in der Zusammenarbeit mit den beiden Betreibern

Ich habe mich gefreut, dass ein so junges Team dieses Wagnis eingeht. Ich denke auch, wer etwas zum ersten Mal unternimmt, muss nicht alles schon beherrschen. Was mich wundert, ist die Bereitschaft zu einer offenen Konfrontation ohne nachvollziehbaren Grund. Ich mache mir da im Moment vor allem Sorgen, dass die Betreiber ihrer eigenen Reputation schaden. Ich wollte das nicht in die Öffentlichkeit tragen, habe aber keine Wahl mehr gehabt, weil aus meinen Schreiben eine online Petition gegen die Stadtverwaltung gemacht und ein falscher Eindruck von Tatsachen erweckt wurde.

6. Welche Gefahren bestehen für die Strandbar von Seite der Stadt? Erwägt die Stadt den Entzug der Erlaubnis?

Nein. Es bestehen keine Gefahren von der Stadt. Ich habe dieses Projekt immer unterstützt und werde das auch weiter tun. Ich sehe eher die Gefahr, dass das Konzept ökonomisch nicht aufgeht. Wer eine Strandbar für vier Monate betreiben will und dann argumentiert, wirtschaftlich auf Fußball-Übertragungen angewiesen zu sein, weckt die Sorge, dass in der Kalkulation etwas nicht aufgeht. Das würde ich sehr bedauern.

7. In wiefern sehen Sie die Chance, dass es zu einer außergerichtlichen Einigung kommt, zu einem irgendwie gearteten Deal? Und wenn es den gibt: Wie sieht er aus?

Ich habe den Betreibern angeboten, dass sie die Deutschland-Spiele innerhalb der Öffnungszeiten der Strandbar zeigen dürfen. Das sind noch maximal zwei und das schien mir noch vertretbar, ohne die Glaubwürdigkeit der Stadt zu erschüttern. Allerdings haben wir vier Ordner verlangt, um die Risiken auf dem Dach unter Kontrolle zu halten. Ich hoffe, die Betreiber nehmen dieses Angebot an.

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