Home > Meinung > Kommentar: Nur zwei Studis mit Sitz im Gemeinderat.

Kommentar: Nur zwei Studis mit Sitz im Gemeinderat.

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Tübingen ist bekanntermaßen die jüngste Stadt Deutschlands. Trotzdem wurden bei den Wahlen zum Gemeinderat nur zwei Studierende ins Parlament gewählt. Das fragt mich: Könnt ihr nicht richtig wählen, oder ist es euch egal?

WahlzettelEine der beiden studentischen Stadträte heißt Vera Paulmann und stand auf der Liste von AL/Grüne und der andere heißt Felix Schreiber und ist für TÜL/Linke angetreten. Das wars.

In dieser Stadt sind wir über 28.000 Studentinnen und Studenten. Außerdem gibt einem das Wahlrecht die Möglichkeit die Stimmen auf bestimmte Kandidaten zu verteilen und zu häufen. Warum wurde das nicht massenhaft gemacht? Es gibt drängende Themen in dieser Stadt, die werden nicht nach Partei beschlossen, sondern eher nach Alter. Dazu gehören die Situation mit Clubs und Bars, den Problemen mit Ruhestörung und den dazugehörigen Nachbarschaftskonflikten.

Wenn man die schlechte Situation verbessern will dann braucht es Menschen im Gemeinderat, die auch die Situation von Studenten verstehen. Es braucht Studenten, oder zumindest jüngere Menschen.

Aber gerade die werden ausgelassen. Zum Beispiel Eva Unterl. Eigentlich Platz 5 bei der CDU. Zwar nicht Studentin, aber jung, geboren 1986. Wird nicht gewählt, stattdessen Gerhard Kehrer (67), Gärtnermeister auf Platz 24. Da hat wohl Opa – aka. “Ab 22 Uhr ist aber Ruhe hier” Häberle lieber seine Rollatorkollegen gewählt. Der weiß nämlich wie Kumulieren und Panaschieren geht.

Es liegt aber auch an den Parteien, die es nicht schaffen junge Menschen an aussichtsreiche Positionen in der Liste zu setzen. Bei der SPD kommt die erste Studentin erst auf Platz 12, bei der FDP ist JuLi und LHG Vorsitzender Martin Brüssow auch erst auf Platz 8. Bei der Tübinger Liste sind Studierende zwar auf Platz 6 und Platz 10, aber trotzdem wurde keiner gewählt. Apotheker Dr. Wittlinger von Platz 14 aber schon. Die Piraten hatten extrem viele Studenten auf der Liste. Gewählt wurde aber Dipl. Kaufmann Jürgen Steinhilber, der erst kürzlich von den Freien Wählern zu den Piraten wechselte.

Es hätte sich ändern müssen, denn Studierende sollten nicht so krass unterrepresentiert im Gemeinderat einer Universitätsstadt sein. Und das hätte man machen können, wenn man richtig gewählt hätte.

Wer alles im Rat sitzt hat das Tagblastt zusammengefasst.

Das ganze Ergebnis.

You may also like
Uni-Wahl 2015: Kommentar zur Misere der nicht-abgegebenen Listen
“Wir dürfen keine Angst haben” – Schweigeminute im Gemeinderat zu den Anschlägen in Paris
Kommentar: Warum Kritik am StuRa berechtigt ist
Interview: Palmer und Soltys über günstigen Wohnraum

3 Responses

  1. Rottenburg, eine kleine Stadt ungefähr 15 Minuten von Tübingen entfernt, hat eine junge Liste. Sie nennt sich “Junge Aktive” und besteht nur aus Menschen unterhalb einer bestimmten Altersgrenze. Hättest du dir so etwas auch für Tübingen gewünscht?

      1. Na aber Metzger wählen auch nicht ausschließlich Metzger. Und Imker nicht nur Imker.
        Nur weil jemand nicht Studierender ist, heißt das nicht, dass diese Person nichts taugt. Außerdem ist jemand, dem das Bafög-Amt im Rücken sitzt, nicht unbedingt für Kommunalpolitik geeignet.
        Und: Die Wahlperioden passen einfach nichts zum Studentischen Lebensstil. Habe das Gefühl, dass weitgehend eine Nach-uns-die-Sintflut-Vorstellung vertreten wird. Warum also mitbestimmen, wovon ich eh kaum mehr profitieren werde?
        Häns Dämpf dürfte auch zu den Studierenden bzw. ehemaligen Studierenden zählen, die noch ausreichend in der Materie sind, um sich da ein bisschen einzusetzen. Oder widerspräche das dem Ziel der Partei?

Leave a Reply