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Kommentar: StuRa reagiert viel zu langsam. Es wird dringend ein Pressereferent benötigt.

Wenn es fast einen Monat braucht bis der Studierendenrat auf haarsträubende Entscheidungen des Senats der Universität reagiert, dann ist das ein Fehler im System. Es braucht einen Pressereferenten.

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Bereits am 10. April hat der Senat der Universität beschlossen, dass man für eine Zeit im Ausland keine Beurlaubung mehr bekommt. Dies hat massive Auswirkungen auf alle Studierenden. Nur wer es schafft anrechenbare Kurse für 30 ECTS-Punkte an der ausländischen Universität zu belegen, verliert durch das Auslandssemester keine wertvolle Zeit in der Regelstudienzeit. Die ist gerade für BaföG-Bezieher ein Problem, denn die müssen in der Regelstudienzeit bleiben. Aus der Praxis weiß man, dass man häufig nur sehr wenig anrechnen kann, und wenn, dann nur Kurse, die hier am Rande des Studiums stattfinden. Die Universiät bekommt durch die Entscheidung deutlich mehr Geld. Etwa 1,2 Mio Euro. Das ist der eigentliche Grund für die Entscheidung. Ausgetragen auf dem Rücken der Studenten. (Unterzeichne hier die Petition dagegen)

Sitzung des Studierendenrat. Foto: Constantin Pläcking

Sitzung des Studierendenrat. Foto: Constantin Pläcking

Dass so entschieden wurde, ist auch den Vertretern im StuRa schon lange klar, immerhin hat man im Senat dagegen gestimmt. Und studentische Senatoren haben laut Satzung alle einen Sitz im Studierendenrat. Dennoch reagiert die Vertretung erst fast einen Monat später auf die Vorkommnisse. Es kommt einem so vor, als ob es unwichtig sei, fast egal.

Ich weiß, dass das nicht so ist. Ich weiß, dass es durchaus ein Thema ist mit dem sich eindringlich beschäftigt wird. Der Grund für die Verzögerung ist ein ineffizientes System, bei dem alles immer im Plenum besprochen werden muss. Es wird also erstmal Wochen bis zur nächsten Sitzung gewartet und dann wird im StuRa besprochen, ob man etwas machen will. Ja, will man. Natürlich. Dort wird  dann beschlossen dem AK Öffentlichkeitsarbeit den Auftrag zu geben, eine Pressemitteilung zu verfassen. Das macht der dann fertig und braucht dafür bis kurz vor der nächste Sitzung des StuRa. Schließlich darf jeder nochmal drüberlesen und seinen Senf dazu geben.

Das ist zu langsam, viel zu langsam. Dadurch begibt man sich in die Gefahr nicht schnell genug auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können. Die Universität kann machen was sie will. Damit kommt man auch seiner Aufgabe als Stimme der Studenten nicht nach. Was der StuRa deswegen dringend braucht, ist einen Referenten oder eine Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Das letzte Mal (Ende Januar 2014) wurde ich, selbst nur Reporter, vom SWR angerufen, ob ich nicht eine Stellungnahme abgeben möchte. Ich musste dann erklären, dass ich auf der selben Seite stehe wie sie und leider keine Stellungnahmen im Namen des StuRa abgeben kann. Der Grund warum ich angerufen wurde, ist, dass auf der Webseite von neckarSTUDENT die einzige Telefonnummer und die einzige E-Mail-Adresse stand, die irgendwie mit dem Thema verbunden war. Der SWR hat am Ende nicht berichtet.

Wenn jede Stellungnahme immer im Plenum abgestimmt werden muss, sind zitierfähige Nachfragen von Medien unmöglich, weil niemand legitimiert dafür ist, eine solche Aussage zu tätigen. Und das Nachfragen gehört zum Geschäft. Einfach eine Pressemitteilung zu veröffentlichen ist eigentlich nicht normal. Beim StuRa ist nichts anderes möglich. Das führt im Zweifel dazu, dass die Informationen, die man an die Öffentlichkeit bringen will, nicht gedruckt, gepostet oder gesendet werden. Das ist kontraproduktiv.

Ich weiß welche Argumente jetzt kommen: Die Räte wollen eine Elitenbildung verhindern und deswegen nur basisdemokratisch entscheiden. Eine Person zum Öffentlichkeitsreferenten zu wählen, der solche Dinge schnell bearbeiten kann und auch für Nachfragen zur Verfügung steht, hat nichts mit Elite zu tun. Er oder Sie wäre dem StuRa unterstellt und könnte sofort wieder abgewählt werden, wenn Dinge an die Öffentlichkeit gebracht werden, die so nicht der Sichtweise der Mehrheit entsprechen. Deswegen muss diese Person auch ein Insider sein. Am besten wäre jemand, der von allen Listen im StuRa akzeptiert werden könnte.

Dieser Schritt ist nötig um tatsächlich den Studierenden eine Stimme zu geben. Passiert das nicht, wird man in den Medien, nicht nur bei neckarSTUDENT, mit der eigenen Meinung seltener vorkommen und verfehlt damit das Ziel die Studenten zu vertreten.

Sollte das Ziel eines einzelenen Verantwortlichen wirklich aus Gewissensgründen nicht möglich sein, so sollte zumindest jemand aus dem AK Öffentlichkeitsarbeit periodisch verantwortlich sein. Das kann sich auch gerne wöchentlich ändern. Für diese Person sollte man dann ein Handy (gerne billig und Pre-Paid) anschaffen, damit die Nummer immer gleich bleibt.

Etwas positives zum Schluss. Man befindet sich in dieser Frage zum Glück bereits auf dem richtigen Weg. Es gibt eine zentrale E-Mail Adresse und einen Presseverteiler. Jetzt muss der Weg nur konsequent weiter beschritten werden.

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