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“Legt die unterirdische Universität unter die Erde” – Die PARTEI stellt ihr Kommunalwahlprogramm vor

Universität unter die Erde, Atommülllager im Französichen Viertel, Flughafen auf der Neckarinsel und Seilbahnring zu den Kliniken. Das alles finanziert durch eine City-Maut. Das sind die ganz bestimmt komplett seriösen Froderungen der Partei “Die PARTEI/ Stammtisch ‘Unser Huhn'”. Am Mittwoch haben sie in der Parkgaststätte am Hauptbahnhof ihr Wahlprogramm vorgestellt.

Markus Vogt, Dr. Ulrich Stolte, Jürgen Eichenbrunner und Ivo Dommer posieren vor der Parkgaststätte. Foto: Pläcking

Markus Vogt, Dr. Ulrich Stolte, Jürgen Eichenbrunner und Ivo Dommer posieren vor der Parkgaststätte. Foto: Pläcking

Von Constantin Pläcking

Zwölf Menschen stehen auf der Kommunalwahlliste “Die PARTEI/ Stammtisch ‘Unser Huhn'”, 40 wären eigentlich erlaubt gewesen. “Das liegt daran, dass wir, wenn wir 100 Prozent holen, den Gemeinderat auf 12 Personen reduzieren wollen. Es habe alles strategische Gründe. Das erzählt zumindest Markus Vogt, auf dem Stimmzettel als Musiker, Philosoph und Suchmaschinenmarketinganalyst vorgestellt. Er ist der Spitzenkandidat der Liste, die sich selbst als einzige ernsthafte Partei sieht, alles andere seien Spaßparteien. Doch ganz so sicher ist das nicht, meint Dr. Ulrich Stolte, selbsternannter Vordenker des Stammtisch ‘Unser Huhn’. Er sagt uns, sie seinen eine Spaßpartei. Nunja. Wer 100 Prozent erreichen will, der muss sich wohl selbst Opposition sein.

 


Eine Visualisierung von “Die PARTEI” zu ihren Forderungen. Quelle: http://www.geocities.ws/die-partei-unser-huhn/

Die Forderungen der Liste gehen weit. Als erstes wolle man den Friedrich-Hölderlin-Flughafen (TÜR) auf der Platanenallee errichten. Dafür sei eine Bauzeit von einer Woche geplant. Falls der Termin nicht eingehalten wird, will man das Bauende auf unbestimmte Zeit verschieben. Vorteil dieser langwierigen Verzögerung der Bauarbeiten sei eine großartige Medienpräsenz über Jahre hinweg. Durch mehr Schlagzeilen und Fernsehberichte werde der Tourismus auch ohne fertiggebauten Flughafen deutlich ansteigen. Dadurch könne das Projekt Friedrich-Hölderlin-Flughafen mittelfristig kostenneutral durchgeführt werden können. Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und Hartmut Mehdorn sollen Kostenkontrolle und das Baumanagement übernehmen. Erste Gespräche mit ihnen hätten schon stattgefunden.

Ebenfalls geplant ist ein ausgeklügeltes Seilbahnsystem zum Schloss, auf den Österberg und zu den Kliniken. Damit würde man den Autoverkehr zum Erliegen bringen. So könnten, wie in anderen Touristenregionen, gestrandete Linke und Langzeitstudenten den Besuchern der Stadt Ramsch auf der Neckarbrücke verkaufen.

“Legt die unterirdische Universität unter die Erde”

Ein weiterer Hauptpunkt des Programms ist die Wohnungsnot in Tübingen. Hier wird ein wichtiger Punkt angesprochen, immerhin gehört Tübingen zu den teuersten Städten Deutschlands. Um diese Probleme anzupacken, werden zwei Pläne ausgepackt. Das erste Projekt heißt “Universität 21” und beinhaltet das verbuddeln der kompletten Universität. “Oben leben – unterirdisch studieren” ist das Motto. Über den Universitätsgebäuden könne man dann ja Studentenwohnheime bauen.

Die andere Idee ist ein Atommülllager im Französichen Viertel. Das würde, durch Millionen anreisender Atommüllgegner, nicht nur den Tourismus fördern, sondern viele dieser Gegner müssten zum Protestgebiet gar nicht erst anreisen, weil es direkt vor der Haustüre sei. Das wäre umweltfreundlich. Der weitaus größere Vorteil sei aber, dass dadurch die Preise für Wohnraum in Tübingen massiv fallen würden. Ein großes Problem sei damit überwunden.

“Wir sind konservativ – sonst gewinnt man hier keine Wahlen”

Nur zwei der auf der Liste vertretenen Menschen sind Frauen. “Sind die nur als Alibi da?” fragt die Kollegin from Tagblatt. “Dies sind keine Alibifrauen, das sind Quotenfrauen”, sagt Markus Vogt. Durch die männliche Dominanz wollen wir vor allem ein konservatives Publikum ansprechen. Sonst würde man hier in Tübingen keine Wahlen gewinnen. Um ältere Wähler anzusprechen habe man sich auch entschieden sich nicht um so eine neumodische Webseite in diesem Internet zu bemühen, sondern eine alte aus den 90er-Jahren zu reaktivieren.

Weniger konservativ wirkt dabei allerdings die Forderung das RACT!-Festival ganzjährig stattfinden zu lassen. Das solle Dieter-Thomas Kuhn Konzerte effektiv verhindern. Außerdem wolle man das Schwarze Schaf unter Denkmalschutz stellen und ebenfalls ganzjährig öffnen.

Damit ist wohl das angestrebte Konzept der “Bürgerferne” endgültig in Reinform dargelegt.

 

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