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Linke fordern Hirschgeweih aus Stadtwappen zu entfernen. Das geht nicht weit genug!

Wieder geht die Fraktion der Tübinger Linken vorraus und fordert, nur zufällig im Wahljahr, das Schandwappen (negative Darstellung von Stadtwappen) von Tübingen zu ändern.

So begründet die einzig politisch zu 100 Prozent korrekte Fraktion Tübingens ihren Vorschlag:

Tübingen bekam die Hirschgeweihe für das Stadtwappen verliehen als Dank für die Hilfe bei der Verfolgung und Ermordung der Bauern („Armer Konrad“)
Die Hirschgeweihe sind Insignien der Niedertracht und der Judaslohn für den Verrat der Stadt an den Bauern.

Schandwappen von Tübingen! Pfui! Quelle: Wikipedia

Dazu erstmal eine Anmerkung. Mit “Judaslohn” wird hier klar religiös argumentiert und man diskriminiert damit die Gefühle Andersgläubiger. Das sollte einer Linken Fraktion nicht passieren.
Trotzdem ist der Vorschlag im Zeichen der 500 Jahr Feier des Tübinger Vertrags genau richtig. Allerdings geht er nicht weit genug. In Tübingen sind viele Schandflecken, die noch ausgemerzt werden müssen.

1. Lustnau. Im Schandname eines Tübinger Stadtteils steckt das Wort “Lust”. Pfui!. Damit könnten streng katholische Menschen vor den Kopf gestoßen werden. Pfui!

2. Judengasse. Der Schadname dieser in der Altstadt befindlichen Straße zementiert die immerwährende Geschichte von Verfolgung und Ausgrenzung von Juden in Deutschland. Pfui!

3. Stauffenbergstraße. Der Schandname dieser Straße auf dem Österberg steht für Oberst Stauffenberg. Der wollte zwar Hitler umbringen, ist aber gescheitert und war im MILITÄR! Pfui!

4. Gartenstraße. Der Schandname dieser Straße am Neckar steht für “Nur die Harten kommen in den Garten”. Ein klares Sinnbild für unsere kapitalistische, sozialdarwinistische Schandgesellschaft. Pfui!

5. Bismarckstraße. Pfui! Pfui! Pfui! Der war Schandminister unter dem Kaiser! Pfui!

6. Schlachthausstraße. Der Schandname dieser Straße hinter der Universitätsbibliothek erinnert an Gräultaten gegenüber Tieren. Damit werden Vegan lebende Menschen diskriminiert! Pfui!

7. Wilhelmstraße. Pfui! Pfui! Pfui!

8. Bei den Römergräbern. Diese Schandstraße am WHO erinnert nicht nur an den Krieg, sondern mit den Römern dazu noch eine eine Schandimperialistische Schandmacht! Pfui!

9. Galgenbergstraße. Hier wird klar verklärend an Schadtaten durch die Todesstrafe erinnert. Weg mit dem Berg! Pfui!

10. Im Feuerhägele. Feuerhagel auch noch verniedlichen! Krieg! Schande! Pfui!

Mädchenhalde

Foto: Boris Palmer auf Facebook

11. Konrad-Adenauer Straße. Der war in der CDU. Pfui!

12. Eberhard-Karls Universität. Der Stifter Eberhard war böse und ein Antisemit. Wir wollen stattdessen den bekennenden Marxisten Ernst Bloch. Pfui!

13. Pfrondorf: Ohne “P” steht da Frondorf. Und Frondienst ist Pfui!

14. Daimlerstraße. Die Daimler-Benz AG war Waffenhersteller für die Nazis! Pfui!

15. Mädchenhalde. Hallo? Eine Halde für Mädchen? Weg mit dem Schadname. Pfui! (Das unterstützt sogar Boris Palmer und ist in Pfullingen)

16. Europaplatz. Spätestens seit dem Vertrag von Maastricht wurde die EU zu einer neoliberalen, militaristischen und weithin undemokratischen Macht, die nach 2008 eine der größten Krisen der letzten 100 Jahre mit verursachte. Viele verbanden mit der EU: mehr internationale Solidarität. Heraus gekommen sind mehr faschistische Parteien, rechtspopulistische Hetzer und mehr Menschenjagd in und an den Grenzen der EU. Pfui!

Hin und wieder veröffentlicht Neckarstudent Satire. Das ist Satire. Bitte keine Farbbeutel.

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  1. Konrad Adenauer war nicht nur in der CDU, er hat auch als OB von Köln eine Ehrenparade gemeinsam mit Adolf Hitler im offenen Wagen durch diese Stadt durchgeführt und vielen jubelnden späteren CDU-Wählenden zugewunken. Und Stauffenberg taugt tatsächlich (nicht erst seit der Verkörperung durch den Scientologen Cruise) höchstens sehr begrenzt als Vorbild für BürgerInnen einer Demokratie. Aber ja, nette Satire, übertreibende Brenner-Fraktion.

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