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Kommentar: Immer noch sechs Mal pro Semester Party

Das Schwarze Schaf ist in die Schusslinie der Nachbarschaft geraten und muss jetzt eine große Einschränkung in seinem Betrieb hinnehmen. Doch der Kompromiss klingt auf den ersten Blick schlimmer als er wirklich ist.

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Der Laden kommt gerade bei Studenten gut an. Foto: Nico Reichenthaler

Dimi beim Bedienen im Schwarzen Schaf. Foto: Nico Reichenthaler

Allen da draußen, die sich jetzt über den am Montagabend geschlossenen Kompromiss aufregen, sei vor allem eines gesagt: Die von Boris Palmer zuerst vorgeschlagene Lösung hätte vor allem auf Kooperation der Nachbarn gesetzt, wäre aber weiter auf wackeligen Füßen gestanden, sobald nur ein Nachbar klagt.

Boris Palmer hätte keine Chance, denn das Recht ist hier klar auf der Seite der Anwohner. Das Schwarze Schaf müsste dann schließen. Stattdessen haben wir jetzt eine Kompromisslösung, die rechtlich einwandfrei ist. Weder den Anwohnern noch den Betreibern wird sie passen, denn die werden mit Umsatzeinbußen und Ruhestörungen rechnen müssen.

Dabei haben die Anwohner in Wirklichkeit den Schwarzen Peter gezogen, denn die Bar bleibt weiter bestehen und kann soger auch weiterhin Tanzveranstaltungen, also rechtlich Partys mit DJ, lauter Musik und Tanzfläche, anbieten. Nur eben nicht immer, sondern nur noch insgesamt an zwölf Tagen im Jahr, also sechs Mal im Semester.

Das ist allerdings gar nicht mal so wenig: Das kommende Sommersemester hat insgesamt 16 Wochenenden in der Vorlesungszeit. Zählt man die weg, die auf ein verlängertes Wochenende oder die Pfingstpause fallen sind es nur noch elf. Das bedeutet, das Schwarze Schaf darf im Semester häufiger als alle zwei Wochen legal so sein wie früher, so lange das vorher angemeldet ist.

Das ist natürlich ein schwacher Trost für manche, die am liebsten jeden Freitag und jeden Samstag im Schwarzen Schaf die Sau rauslassen wollen. Allerdings ist das wirklich mehr als man denkt. Überlegt mal: Alle zwei Wochen ist Party im Schwarzen Schaf. Natürlich sind die Tage da auch frei wählbar, es muss noch nichtmal am Wochenende sein. Dimi und Moha, die Betreiber der Bar, dürfen sich raussuchen, wann sie das machen wollen. Und sie werden am besten wissen, wann einer der zwölf Joker zu ziehen ist. Dagegen können die Nachbarn dann auch rechtlich nichts mehr machen. Es wird ihnen noch sauer aufstoßen, nicht die einvernehmliche Lösung ausgesucht zu haben.

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