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Nach Facebook-Deal: Immer mehr Tübinger wechseln zu Threema.

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar. Das war die Überschrift in vielen Medien am Donnerstag. Die Datenkrake von Mark Zuckerberg greift nach noch mehr Futter und will damit nicht mehr und nicht weniger als die gesamte Kommunikation kontrollieren. Jetzt hat Facebook auch Zugriff auf die privatesten Nachrichten, die man dem Sozialen Netzwerk von Zuckerberg eher nicht anvertraut hat.

whatsapp threema

Bis jetzt war WhatsApp noch die Möglichkeit unabhängig von Facebook zu sein. Da verzieh man den Betreibern die Sicherheitslücken und das Schlupfloch für die NSA. Doch nun hat die Meldung nach dem Verkauf dieser letzten Bastion im Netz, die nicht Facebook infiziert ist, an gerade diesen Multi-Milliarden Konzern eine Welle ausgelöst, die Zuckerberg den Erfolg kräftig verwässern könnte.

Auch ich habe mir nach dieser Meldung überlegt, ob es eine Alternative gibt. Und habe sie gefunden. Damit war ich nicht allein. Seit gestern nutzten viele in Tübingen den Nachrichtendienst Threema statt über WhatsApp zu kommunizieren. Dieser hat mehrere gravierende Vorteile gegenüber der Facebook-Tochter-to-be:

  1. Er ist verschlüsselt. Und zwar nicht nur zwischen dem Handy und dem Server, nein der Betreiber kann, so verspricht er, keine einzige Nachricht lesen. Sogar die Verbindungsdaten, also wer mit wem schreibt, würden nicht gespeichert. Das könnte ein Gericht ihm zwar aufzwingen, allerdings natürlich nicht rückwirkend, sagte er Zeit-Online.
  2. Er kommt aus Europa. Threema wurde von einem Schweizer entwickelt und ist auch eine dort ansässige Firma. Diese haben dort noch einmal andere Datenschutzbestimmungen wie in der EU, was man zum Beispiel am Bankgeheimnis sehen kann. Außerdem kann die NSA die Firma nicht zur Datenweitergabe zwingen, wie das bei Amerikanischen Firmen der Fall ist.
  3. Er läuft auf allen Plattformen. Auch iMessage von Apple verschlüsselt die Nachrichten. Threema ist aber auch für Android erhältlich und hat eine bessere Verschlüsselung bei der man sich durch Verifizierung bei persönlichem Kontakt auch vor sogenannten Man-in-the-middle-Angriffen schützen kann.

Es scheint, als ob viele Menschen nur einen Grund suchen um Facebook den Rücken zuzuwenden. Im Bereich der Sozialen Netzwerke scheint es da noch keine echte Alternative zu geben. Auf der Instant Messaging Seite aber sehr wohl. Und seit gestern hat sich mit Threema auch ein Anbieter herauskristalisiert, der wohl das Verfolgerrennen für sich entscheiden wird.

Viele schreckt der Preis für die App mit 1,60 Euro vielleicht ab, aber auch für WhatsApp muss man bezahlen. Das bedeutet, dass die Einrichtung des Kontos im AppStore und bei GooglePlay bei den meisten bereits passiert ist. Die App, die deine Kommunikation unabhängig und sicherer macht, kostet weniger als halb so viel wie ein Döner in Tübingen.

Es ist eine Investition die sich lohnt. Vor allem wenn man seine Kommunikation ein wenig sicherer und Facebook ein wenig weniger mächtig machen will.

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4 Responses

  1. Na, dass du leichtgläubig dem Anbieter glaubst hätte ich dir ja noch verziehen – zur Kritik an Threema siehe fefe und moeffju -, aber dass du behauptest, ein Döner in Tübingen würde mindestens 3,20 kosten ist eine glatte Lüge! Montags, und ich kann das nicht oft genug sagen, gibt es neben dem Epplehaus Döner für zwei Euro. Und bis vor gut einem halben Jahr (oder Jahr?) kostete er sogar weniger als die Threema-App.

    😉

  2. Wenn man die Kontrolle behalten will, dann muss man sich eben mal schlau machen. Am besten sollte man gar keine Dienste verwenden, bei denen es einen einzigen zentralen Betreiber gibt. Die gute alte E-Mail wäre so ein schön verteilter Dienst, und fürs Messaging gibt es schon seit längerem Jabber. End-zu-End-Verschlüsselung ist auch bei beiden möglich, macht aber aus Bequemlichkeit mal wieder keiner. Versteh ich nicht, wieso die Leute was für fast umsonst (1,60? Ich bitte Euch, wie viel kostet das iPhone dazu?) benutzen und dann Ansprüche stellen.

  3. Threema ist sicherlich eine Alternative, aber diese bringen nur etwas, wenn tatsächlich auch immer mehr dazu wechseln, denn mit wem soll man auf diesem Wege kommunizieren, wenn im Bekanntenkreis z.B. alle noch Whatsapp nutzen. Dennoch, Sicherheit wird vielen Nutzern immer wichtiger, da ist es nur eine Ffrage der Zeit bis diese tatsächlich auch wechseln.

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