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Tageszeitungsredakteure streiken in Tübingen

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Das Schwäbische Tagblatt hatte eingeladen. Foto: Reichenthaler

Wer berichtet darüber, dass Tageszeitungsredakteure streiken? Niemand im Zweifel, vielleicht noch das Radio. Das ist das große Dilemma in dem diejenigen stecken, die am Donnerstag Mittag in Tübingen gemeinsam ihren Warnstreik abgehalten haben. Redakteure von vielen großen Zeitungen in Baden-Württemberg, auch vom Schwäbischen Tagblatt, dessen Mitarbeiter zu sich in die Universitätsstadt eingeladen haben.

Von Constantin Pläcking

Dünne Zeitungen, leere Redaktionsräume. So sieht die Realität am Donnerstag und Freitag an vielen Stellen in Baden-Württemberg aus. Das liegt am Warnstreik der Tageszeitungsredakteure, die im Deutschen Journalistenverband (DJV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju in ver.di) organisiert sind. Vorbei am Schwäbischen Tagblatt, über die Neckarbrücke bis hin zum Holzmarkt ging der Protestzug bei dem sich, so die Polizei, etwa 400 Redakteure und Redakteurinnen von 17 Zeitungen beteiligten. Direkt an der Stiftskirche wurde die Kundgebung abgehalten.

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Qualität statt Billig-Journalismus fordern Redakteure der Stuttgarter Nachrichten. Foto: Reichenthaler

Die Positionen zwischen den Tarifparteien könnten nicht größer sein. “Wir wollen eine Gehaltserhöhung von 5,6 Prozent nicht nur für fest angestellte Redakteure, sondern auch für Pauschalisten und freie Redakteure”, sagt Gerhard Manthey von der dju in ver.di.

Eine Lohnkürzung, vor allem beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld, die 15 bis 18 Prozent weniger bedeuten soll, sei die nicht akzeptable Forderung der Arbeitgeber. Außerdem komme eine Urlaubskürzung von bis zu vier Tagen noch dazu.

Das sieht die Verlegerseite natürlich anders. So sagt Anja Pasquay, Pressesprecherin des Bund deutscher Zeitungsverleger: “Die beiden Sonderzahlungen sollen abgesenkt werden von 1,75 zusätzlichen Monatsgehältern auf 1,5 zusätzliche Monatsgehälter. Für das Jahresgehalt eines Redakteurs bedeutet dies ein Minus von knapp 2 Prozent.”

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Redaktionen aus ganz Baden-Württemberg kamen nach Tübingen. Foto: Reichenthaler

Auch wenn die Berechnungen der Lohnkürzung auf beiden Seiten stark auseinander gehen, geht es auch hier um eine Kürzung des Redakteursgehalts und Honorars  für Freie Journalisten. “Die Verleger wollen sich erst mit uns an den Tisch setzten, wenn wir eine Lohnkürzung akzeptieren”, sagt Manthey “bis jetzt haben sie immer nur Sparbeschlüsse vorgelegt.”

Es geht nicht nur darum, dass es keine Lohnerhöhung geben soll, es geht auch um Wertschätzung der Arbeit und um Gleichbehandlung. So wollen die Redakteure der Tageszeitungen auch, dass Online-Redakteure in den Tarifvertrag mit aufgenommen werden.

Am 8. März sollen die Verhandlungen weitergehen. Sollte es dann nicht zu einer Einigung kommen, müssen sich die Redakteure und Redakteurinnen überlegen wie sie damit umgehen. Dann könnte es zu weiteren Streiks kommen.

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