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Der Rundfunkbeitrag soll um 73ct sinken. Warum eigentlich?

Nach der Einführung des neuen Rundfunkbeitrags, dem sich niemand mehr entziehen kann, hatten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf einmal mehr Geld. Dies ist so nicht gedacht und deswegen hat die KEF, die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, jetzt beschlossen, dass aus diesem Grund der Rundfunkbeitrag um 73ct sinken soll. Dies soll ab dem 1. Januar 2015 passieren, vorrausgesetzt die Ministerpräsidenten beschließen das.

Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Bildquelle: dwdl.de/ARD/ZDF

73ct sind für mich jetzt nicht besonders viel, es ist eine Flasche Bier im Monat. Es ist allerdings ein großer Teil für die Rundfunkanstalten. Wenn dieses Geld eigentlich übrig ist, könnte ich mir mehrere Dinge vorstellen, die besser geeignet sind als eine Senkung des Rundfunkbeitrags. Statt 73ct mehr im Geldbeutel zu haben, würde ich mich stattdessen freuen wenn ich im ARD und ZDF – Vorabendprogramm keine Werbung mehr sehen müsste. Das selbe gilt für das Radio. Ohne Seitenbacher und Carglas könnte ich leben, ebenso wie ohne die Apotheken Umschau. Auch in der Sportschau am Samstag wäre weniger Werbung wirklich schön.

In England hat die BBC nicht die Möglichkeit Werbung zu zeigen, alles muss aus Gebühren finanziert werden. Das entspricht viel mehr der Idee von öffentlich-rechtlichem Rundfunk. Als Rundfunk der unabhängig ist, nicht nur von der Politik sondern auch von der Wirtschaft. Diese könnte dann nicht mehr die Nicht-Schaltung von Werbung als Retourkutsche für kritische Berichterstattung nutzen.

Eine weitere Idee wäre ein Investment ins Programm. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat durch die Gebührenfinanzierung die Aufgabe etwas auszuprobieren. In den USA schafft es der Pay-TV Kanal HBO unglaublich gute und erfolgreiche Serien zu produzieren. Game of Thrones und The Newsroom sind Serien, die in der ganzen Welt erfolgreich sind. Solche Dinge könnten ARD und ZDF auch machen. Das Geld wäre dann ja da für Eigenproduktionen die über die typischen Christine-Neubauer-küsst-Mann-am-Ende hinaus gehen.

Und ich scheine mit dieser Meinung nicht alleine zu sein. Das Medienmagazin DWDL.de berichtet über eine aktuelle Umfrage in der nur 44% der Menschen für eine Senkung des Beitrags sind. Der Rest würde sich dagegen aussprechen.

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