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Landesweites Semesterticket für Baden-Württemberg soll kommen

Für jeden, der Freunde oder Familie hat, die in Nordrhein-Westfalen studieren, ist es manchmal hart zu hören, wie Studierende dort nach Köln, Düsseldorf, Münster oder ins Ruhrgebiet fahren, ohne etwas extra zu zahlen. Das ganze Bundesland steht dem Studi-Herzen offen. Hier in Tübingen sieht die Lage ganz anders aus. Das Naldo Semesterticket ist zwar in Richtung Süden relativ weit gültig, doch in Richtung Stuttgart endet es bereits nach 15 Minuten Zugfahrt. Wer täglich in diese Richtung muss, zahlt noch einmal ca. 280 € extra und hat für ca. 350 € ein Ticket, das den Verkehrsverbund Stuttgart noch mit einschließt.

Das Semesterticket für Tübingen.

Das Semesterticket für Tübingen.

Nun hat die Grün-Rote Landesregierung beschlossen ein landesweites Semesterticket nach dem Vorbild von NRW einzuführen. Dem Tübinger Studenten würden dann Städte wie Heidelberg, Konstanz, Freiburg, Ulm und Stuttgart offen stehen. Keine weiteren Kosten für die Anreise.

Der Preis würde steigen

In Tübingen gibt es zur Zeit das sogenannte Zwei-Komponenten-Modell. Das besagt, dass ein Teil der Kosten für das Ticket solidarisch von allen übernommen wird, der andere Teil muss durch die tatsächlichen Nutzer getragen werden, also durch den Verkaufserlös. Der von allen getragene Teil wird zusammen mit den Verwaltungsgebühren erhoben und ist zur Zeit 22,50 €, das Semesterticket selbst kostet zur Zeit 66,50 €. Das bedeutet um ein Ticket zu bekommen zahlt jeder bereits 89€ pro Semester. Das würde allerdings nicht so bleiben. Die Landesregierung zieht bei der Einführung des neuen landesweiten Semestertickets das sogenannte Ein-Komponenten-Modell vor. Dabei bekommen alle Studis das Ticket, aber es müssen auch alle den höheren Betrag berappen, egal ob man gegenüber der Uni wohnt oder aus Stuttgart pendelt. In NRW kostet das verpflichtend für jeden 150,62 € pro Semester. Man kann also annehmen, der Preis wird sich mindestens in dieser Größenordnung einordnen.

Mehr Vorteile als Nachteile

Die meisten Studierenden an der Uni Tübingen kommen selbst aus Baden-Württemberg und könnten so die Kosten für die Heimfahrt sparen. Außerdem werden so auch Ausflüge in den Schwarzwald oder die Party-Nacht in Stuttgart einfacher möglich. Sollte es tatsächlich zu einem Preis wie in NRW kommen wäre es also eine Preiserhöhung um über 60 € die zusammen mit einer Erweiterung des Gebietes auf ganz BW kommt. Es lohnt sich für die Fahrt nach Stuttgart also bereits ab 7 Einzelfahrten a 9,40€ (Metzingen-Stuttgart).

Das neue Semesterticket soll dann auf allen Strecken in Baden-Württemberg gelten, außer im ICE, TGV und IC.

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0 Response

  1. Sven

    Ich finde ein landesweites Semesterticket echt gut. Richtig freuen würde ich mich, wenn es den gleichen Gültigkeitsbereich hat wie das BaWü-Ticket der Bahn und nicht an den Landesgrenzen aufhört.

  2. relyt

    Wer 9,40€ nach Stuttgart zahlt – trotz Naldo-Semesterticket – ist aber auch selbst Schuld 😀
    6,75€ kostet ein Einzelticket für’s gesamte VVS Netz – für Gruppen wird’s wesentlich günstiger

    1. cplaecking

      Das kann man nur nicht in Tübingen kaufen. Es gibt in den wirren des Automat noch ein Anschlussticket, das hab ich aber auch noch nicht gefunden.

      1. relyt

        Ja, wieso denn auch am Automaten? Dafür gibt es doch die HandyTicket-App bzw. den VVS-Online-Shop 😉
        Ist eh viel einfacher und man kann das Anschlussticket bequem im Zug lösen.

      2. blabla

        Dazu musst du beim Start-Menü auf “Gesamtes Angebot”, dann “Fahrkarte zur Weiterfahrt”, “Weiterfahr im DB”, “Start/Ziel”.
        …gilt aber nur, wenn man schone ne Monatskarte oder sowas fürs naldo-Netz hat

  3. Sophie T.

    Also da das ja schon unfair ist denen gegenüber, die das nicht brauchen, könnte man doch die Karten für die einzelnen Gebiete beibehalten und zusätlich dieses BW-Ticket anbieten statt der Anschlusstickets. So könnten die, die innerhalb des Gebietes wohnen, in dem sie zur Uni gehen, weiterhin nur das Ticket für das jeweilige Gebiet kaufen (zB naldo oder vvs) ohne für etwas zahlen zu müssen, das sie nicht brauchen. Gleichzeitig aber gäbe es das übergreifende Ticket, das alle Studenten kaufen können, deren Wohnort und Uni in zwei verschiedenen Gebieten liegen. So hätte jeder was davon, außer wahrscheinlich die Deutsche Bahn selbst, deswegen ist das vermutlich eher Utopie als realistisch. Aber für mich wäre das die fairste Lösung.

    1. Sehe ich genauso. Kann doch nicht so kompliziert sein, beide Versionen anzubieten! Es ist eine Frechheit für etwas zahlen zu müssen, dass man am Ende nicht nutzt. Ich will hier nur in meinem Studienort Busfahren und sonst gar nichts…

      1. cplaecking

        Das würde bedeuten, dass es für alle anderen teurer wird. Es ist, auch jetzt schon, nur so günstig weil es solidarisch organisiert ist.

  4. Ersin K.

    Eine hervorragende Idee. Allein das Semesterticket im VVS netz kostet 180 € und jetzt ein BW Semesterticket für 150 €? Da sage ich nicht Nein und spare mir 30 €. 😉

  5. 338kmh

    Wie es der Ersin schreibt: Profitieren werden davon vor allem die Studierenden im VVS. Ich schätze mal, dass nur das teuerste Ticket (VVS) günstiger wird und viele andere so das teure Angebot im VVS mitfinanzieren. Es sollte mindestens tunlichst darauf geachtet werden, dass der Kostendeckungsgrad in jedem Verbund gleich ist und nicht Stuttgart wieder abkassiert um sein Prunknetz zu unterhalten. Wie ich das Ländle so kenne gehe ich grundsätzlich von mehr als NRW aus. Wobei m.W. die schon im deutschen Vergleich recht teuer sind. Apropos Solidargemeinschaft: Wer ist denn mit denen solidarisch, die mit dem Auto zur Hochschule müssen, weil der ÖPNV nicht so top ist? Die Tickets sollten ohne Frage angepasst werden, aber ob der Zentralstaat so die Lösung ist… ist auch die Frage, wer da Zeit und den Horizont hat, sich mit dem ganzen Ländle zu beschäftigen und da rumzufahren.

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