Home > Politik > Frau aus der Region fordert Gütesiegel für Prostituierte

Frau aus der Region fordert Gütesiegel für Prostituierte

Tübingen (NeSt)

Diese Frau will Prostituierte zertifizieren lassen.

Diese Frau will Prostituierte zertifizieren lassen. Foto: neckarSTUDENT

Annette W.-M. (47) ist stinksauer wenn sie etwas über Zwangsprostitution lesen oder hören muss. Die Bundestagsabgeordnete aus der Region Tübingen will keine Berichte mehr, in denen steht, dass es in Deutschland und im Ländle Frauen gibt, die von hintertriebenen Zuhältern ausgebeutet werden. Nachdem ihre erste Idee des Berichtsverbots für die Presse nicht mit dem Grundgesetz vereinbar war, musste ein neuer Schuldiger für die Misere her.

Wer war es denn, der die Frauen ausnutzte? Erst waren ihr in den Kopf gekommen, Menschenhändler und Zuhälter für die Lage verantwortlich zu machen, doch diese Idee wurde schnell wieder verworfen, denn die meisten Frauen kommen ja wieder zurück zu ihren Zuhältern und liefern brav das Geld ab. Wenn da Zwang herrschen würde, müssten diese doch zur Polizei laufen, sobald die Möglichkeit besteht. “Ich war dort und habe niemand mit Büßerkappe und in Ketten gesehen. Ich glaube nicht, dass der Zwang von dieser Seite kommt.”

Deswegen wurden auch die Pläne für ein Schutzprogramm für Frauen, mit Aufenthaltsrecht ohne Abschiebung, Zeugenschutz und psychologischer Behandlung bei der Polizei schnell wieder verworfen. Zu viel Aufwand, zu teuer und es trifft die Falschen: Unberscholtene Zuhälter. “Die wahren Ausbeuter sind die Freier. Sie bringen die Frauen in die Zwangslage in dem sie sie vor die Wahl stellen: “Geld und Sex oder kein Geld und kein Sex. Dabei sollte es auch die Möglichkeit Geld und kein Sex geben, so wie in den meisten Ehen ihrer Parteifreunde”

Nun hat die Abgeordnete sich mit Freunden aus anderen Parteien hingesetzt und einen teuflisch guten Plan ausgeheckt: Freier von Zwangsprostituierten handeln kriminell. Da es aber besonders schwierig ist Zwangsprostituierte von freiwilligen Prostituierten zu unterscheiden (auch die Polizei hat da immer wieder Probleme) muss eine Maßnahme her.

Sollte die Idee der 47-Jährigen Wirklichkeit werden, muss man sich als Prostituierte ab jetzt staatlich zertifizieren lassen. Der Prozess zur Erlangung des “Busen- und Muschi Miet-Siegels” kurz BUMMS besteht aus aus einem amtlichen Zertifizierungsprozess, der neben einer unabhängigen Qualitätssicherung durch engangierte Mitarbeiter auch Sprachtests beinhaltet. Diese sollen, bei erfolgreichem Bestehen, dann ein Gütesiegel erhalten, das sie sich sichtbar auf den Körper tätowieren müssen. “So kann jeder Freier sofort sehen, ob er gerade zertifizierten, qualitativ hochwertigen Sex hat oder sich strafbar macht.”

Zusätzlich zum Tatoo muss in der Lobby der Etabliments ein Zertifikat von jeder Frau hängen, die in diesem Haus arbeitet. Auf der Straße muss der Freier selbst für Klärung des Falls sorgen. Als Idee war diese Standardfloskel angedacht: “Na, Lust Kleiner?” – “Gerne, würden sie mir noch diese Unbedenklichkeitserkärung in dreifacher Anfertigung unterschreiben, um zu bestätigen, dass sie das freiwillig machen?”

Annette W.-M. ist zuversichtlich, dass diese Idee bald Gesetz wird. Sie sei bei diesem Projekt ganz “mit Herz bei der Sache”. Auch würden die verschiedenen Ämter bereits Schlange stehen, die Qualitätssicherung bei ihnen durchführen zu lassen. “Die Verwaltung steht hinter dem Vorhaben.” Auch wenn nicht mit einschlägigen Organisationen, die gegen Zwangsprotitution kämpfen, geredet wurde, sei das Vorhaben “auf einem guten Weg.”

You may also like
Rechtsradikale Sprüche: Tübinger Student von JU-Bezirksvorsitz zurückgetreten
Übergriff auf Gysi im Bundestag – Täter von Tübinger Abgeordneten eingeladen
Vorläufiges Endergebnis Gemeinderat: Grüne verlieren, TL gewinnt, PARTEI mit Sitz.
Wie findest Du die CDU Plakate?

Leave a Reply