Home > Meinung > So müsste der Wahlkampf zur Uni-Wahl aussehen

So müsste der Wahlkampf zur Uni-Wahl aussehen

Eine Woche vor der Wahl haben wir von neckarstudent.de eine Straßenumfrage gemacht, um herauszufinden wie viele der Studierenden überhaupt etwas über die Wahl zum Studierendenrat am 3. und 4.12.2013 wissen. Das verherende Ergebnis: Fast keiner. Ein Kommentar von Constantin Pläcking

Flyer zur Uni-Wahl 2013 in der Mensa - Foto: Constantin Pläcking

Flyer zur Uni-Wahl Juli 2013 in der Mensa – Foto: Constantin Pläcking

Die meisten haben überhaupt noch gar nichts davon gehört, ein paar haben die Rundmail der Universität gesehen, nur wenige gelesen. Kurzum, die Unipolitisch wichtigste Wahl in diesem Semester, geht an denjenigen, die es betrifft komplett vorbei. Selbst wenn man wählt,  wird es häufig aus einer Bauchentscheidung heraus gemacht. Warum ist das so?

Ein Problem ist und bleibt die unteridisch schlechte Information:

Es reicht nicht, gefühlt alle Schaltjahre mal ein paar Flyer auf den Mensatischen zu verteilen, oder mal für 2 Stunden einen Stand auf der Wilhemstraße zu haben.

Es reicht nicht, dass eine! Rundmail geschickt wird und in dieser, außer dem Wahltermin selbst, keine Informationen zu finden sind.

Es gibt Studien die besagen, dass Menschen etwas erst dann wahrnehmen, wenn sie es 10 mal gesehen haben, das ist nicht möglich wenn sie es gar nicht sehen können.

  1. Das Ziel muss sein, dass jeder Studierende in Tübingen weiß, dass diese Wahl stattfindet. Dazu müssen auf dem gesamten Unigelände unpolitische Plakate aufgehängt werden, die nichts anderes machen als zur Wahl aufzurufen und eine zentrale Webseite nennen, wo man sich informieren kann. Niemand darf das übersehen. Ich muss nur einmal durch Tübingen laufen und es muss mir aufgefallen sein, dass eine Wahl stattfindet.
  2. Außerdem muss diese neutrale Webseite vorhanden sein, die ausschließlich darüber informiert, worüber die Wahl ist.
  3. Die Kandidaten müssen sichtbar sein. Keiner weiß wer hier Kandidat ist und wofür dieser steht. Und es ist nicht möglich das herauszufinden. Wer für ein öffentliches Amt kandidiert und nicht erkannt werden will ist falsch auf einem Wahlzettel.

Ich war 2011/2012 in Southampton/UK an der Universität. Auch dort gibt es Uni-Wahlen. Dies nennt sich dort Students’ Union Elections. Bei der Wahl dort gab es regelmäßig Wahlbeteiligungen um 30%. Das ist auch nicht viel wenn man sich die Bundestagswahl anschaut, aber sehr viel wenn man sich die mickrigen 12% anschaut, die hier erzielt werden. Warum ist es dort so anders?

Poster in der Students’ Union in Southampton. Bild: wessexscene.co.uk

  1. In der sogenannten Campaign Week bekommen alle Kandidaten (Es wird nicht nach Listen gewählt) und ihre Wahlkampfhelfer ein bestimmtes Kontingent an Geld von der Students Union, sowie T-Shirts und die Möglichkeit eine bestimmte Anzahl an Flyern und Plakaten drucken zu lassen.Was damit gemacht wird sieht dann so aus. Der Umgang ist klar geregelt und wer sich nicht daran hält wird gemaßregelt bis hin zur Geldstrafe. Das alles vom Election Comittee das natürlich nicht selbst kandidieren darf.
  2. Auf dem gesamten Campus hängen Plakate, die darüber informieren, dass Wahlen sind; zusätzlich zu den Plakaten der einzelnen Kandidaten.
  3. Die Webseite susu.org informiert einheitlich über alle Kandidaten.

Wer sich ein Bild machen will wie das da funktioniert: [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=2DgX5ad5DLs] Quelle: http://www.susu.tv/2013/03/susu-elections-2013-the-highlights/

Ich weiß das Problem liegt nicht allein an mangelndem Willen, sondern auch an Restiktionen seitlich der Universität und des Studentenwerks, die das Flyern nicht oder nur eingeschränkt erlauben. Plakate am Clubhaus sind nicht möglich, auf den Fahnenmasten darf keine Flagge wehen. Das alles sind Dinge, die schlecht sind und die Möglichkeit der Mitbestimmung weiter erschweren.

Es muss sich massiv etwas ändern, wenn wir wollen, dass die neue Studierendenvertretung auch wirklich die Vertretung der Studierenden ist und nicht die Entscheidung einer Minderheit, die zufällig jemanden auf einem Stimmzettel kennt.

 

You may also like
Offener Brief: “Politisches Mandat darf nicht Verhandlungsmasse werden”
Nach der Wahl bleibt alles beim Alten – oder?
UN-Hochschulgruppe: Arbeit mit dem StuRa “wahnsinnig frustrierend”
Spannende Ausgangslage bei der Uni-Wahl

0 Response

  1. Pingback : Trend: 2017 geht niemand mehr zur Uni-Wahl | neckarSTUDENT

Leave a Reply