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TV-Duell: Pro7, Raab und die junge Zielgruppe

Sonntag Abend ist es soweit: High Noon des Wahlkampfes. Der Showdown im Studio in Berlin Adlershof. Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD Herausforderer Peer Steinbrück. Und eigentlich weiß schon jeder wie es werden wird: Berechenbar.

Die vier TV-Duell Moderatoren. – Bildquelle: n24.de

Seit Tagen bereiten sich beide Kandidaten im Geheimen vor. Die Berater werden nichts offen lassen. Mimik und Gesten werden eingeübt. Floskeln werden auswendig gelernt. Und deswegen ist mit Überraschungen eher nicht zu rechnen. Das einzige was neu ist, was spannend ist, was das letzte Quentchen Hoffnung nicht erlischen lässt ist die Personalie Stefan Raab. Seit Peter Limbourg zum Intendanten der Deutschen Welle geworden ist musste für die ProSiebenSat.1-Gruppe ein neuer Moderator gefunden werden. Die Wahl fiel auf Stefan Raab, der zumindest seit einiger Zeit sich mit “Absolute Mehrheit” eine eigene Politik-Talkshow leistet und – allen negativen Kommentaren zum Trotz – damit einigermaßen Erfolg hat. Durch diese Entscheidung hat sich auch der Sender Sat.1 von der Übertragung verabschiedet und Pro7 übernimmt. Denn Raab irgendwo anders als in Pro7, wäre ja irgendwie komisch für die Zuschauer. Diese Entscheidung ist aber wirklich gut, denn gerade der Raab Sender hat besonders viele junge Zuschauer (und nicht wie Sat.1 keine mehr). Auch wenn sich viele junge Menschen nicht für Politik interessieren, werden sie nicht am TV-Duell vorbei kommen. Viele werden es bei Pro7 schauen. Es läuft direkt nach der – gerade bei der jüngeren Zielgruppe erfolgreichen – Sendung “Galileo”, die sich sicher schon zuvor auf ihre Weise damit beschäftigen wird. Vielleicht sucht Thomas „Jumbo“ Schreiner die größte Wahlkampflüge Deutschlands, oder so. Aber genauso wie Günther Jauch Sonntags ne gute Quote hat weil zuvor der Tatort läuft, so werden viele auch beim Duell dranbleiben, weil sie zuvor die Simpsons und eben Galileo geschaut haben und werden das TV-Duell sehen, politische Inhalte mitbekommen und am 22.September dann vielleicht wählen gehen. Das ist wichtig und richtig.

Außerdem könnte es ja doch noch unterhaltsam werden, wenn Raab dabei ist. Zumindest Merkels und Steinbrücks Berater müssten besonders schwitzen, denn er ist die große Unbekannte. Immerhin könnte er flapsige Kommentare bringen. Das ist von Klöppel, Will und Illner nicht zu erwarten.

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