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Corps Student wegen Hausfriedensbruch angezeigt

Schon mehrfach soll es vorgekommen sein. Angetrunkene Studenten der schlagenden Verbindung Corps Franconia drangen ins Wohnheim Leibnizhaus ein. Geöffnete Lebensmittel, zerstörte Küchengeräte, betrunkene Männer die nach Bier fragen. Immer wieder ist es das Corps mit dem moosgrün-rosa farbigen Band. Als nun wieder ein Mitglied dieser Vereinigung im Zimmer einer Studentin stand, wurde es zu viel.Es wurde Anzeige erstattet. Vorherige Schlichtungsversuche hatten nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Auch ein von den Leibnizhausbewohnern ausgesprochenes Hausverbot hielt das Corps Franconia nicht davon ab, sich dennoch wieder in diesem Haus aufzuhalten.

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Haus des Corps Franconia Tübingen 2009 – Foto: Rabe!

Beim Leibnizhaus auf dem Tübinger Österberg handelt es sich um ein selbstverwaltetes Wohnheim in dem 30 Männer und Frauen gemeinsam leben. Rings herum stehen die Hauser von verschiedenen Studentenverbindungen, schlagend, nicht schlagend, mit und ohne Band. Was zwischen diesen Verbindungen ab und zu mal vorkommt ist das Einsteigen. Dies ist von den meisten Verbindungen geduldet und wird auch selbst praktiziert. Hierbei werden offene Fenster genutzt um in die Gemeinschaftsräume anderer Verbindungen zu gelangen. Dort wird dann vorhandenes Bier konsumiert. Diese Tradition könnte eine Erklärung (nicht eine Entschuldigung) für das Verhalten des Corps sein. Auch das Verlagen nach Bier passt in dieses Bild. Das Problem: Das Leibnizhaus ist keine Verbindung und macht bei den in der Verbindungswelt herrschenden ungeschriebenen Regeln auch nicht mit. Privatwohnungen sind selbstverständlich auch für das Einsteigen tabu, auch wenn man dort Bier vermutet. Der wiederholte Einstieg – trotz Hausverbot – sagt allerdings aus, dass mehr dahinter stecken muss als nur Unwissenheit oder Dummheit.

Update 20.6.13 – 23:00: Nach Aussagen aus Kreisen des Corps Fraconia handelte es sich bei der Anzeige um ein Missverständis. Der auf dem Foto erkannte Corpsbruder, gegen den die Anzeige gerichtet wurde, sei zu diesem Zeitpunkt nicht in Tübingen gewesen. Die Bewohnerin des Leibnizhauses habe die Anzeige bereits zurückgezogen.

Trotzdem bleibt der Vorwurf im Raum, dass Mitglieder des Corps Fraconia sich nachts im Leibnizhaus herum treiben. Auch wenn der Täter nicht erkannt wurde, so war wohl klar, dass es sich um ein Mitglied dieser Studentenverbindung handelte.

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