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Eklat: Redner Reinhard Erös verlässt wütend den Saal

Eigentlich hatten sich alle auf einen interessanten Vortrag gefreut. „Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen – Eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan“ sollte dieser heißen. Doch dazu kam es nicht, denn der Referent Dr. Reinhard Erös sagte die Veranstaltung in letzter Minute ab. Wütend verließ er den Saal und ließ etwa 50 gespannte Gäste im Regen stehen.

Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia in Tübingen ist eigentlich bekannt dafür, Semester für Semester interessante Vorträge in ihrem Gesellschaftshaus stattfinden zu lassen. Für diesen Mittwoch war nun der Vortrag von Herrn Dr. Erös zu Afghanistan geplant. Eifrig wurde dafür geworben, denn es versprach ein spannender Abend zu werden. Schließlich weiß man hier in Deutschland nicht viel über das Land am Hindukusch und es ist interessant, etwas darüber aus erster Hand zu erfahren. Um 19 Uhr sollte die Veranstaltung beginnen, doch zuerst hatte Erös etwas im Hotel vergessen, weshalb sich der Vortrag um ein paar Minuten verzögerte.

Als er wieder den Saal bei der Stuttgardia betreten hatte, waren mehr als alle bereitgestellten Stühle besetzt und die versammelten Menschen warteten auf den Beginn seiner Rede. Doch dazu sollte es nicht kommen. Als er seinen Laptop an den bereitgestellten Beamer anschloss, erkannte dieser das Signal nicht sofort, sondern erst nach einigen Sekunden und musste dann noch kurz eingestellt werden. Doch das dauerte dem Gründer der Kinderhilfe Afghanistan zu lange. „Eine solche Organisation ist mir noch nie untergekommen“ tönte der korpulente Redner. Außerdem war der Projektor ihm zu altmodisch und die Leinwand nicht groß genug. Man sollte meinen, dass bei solchen Veranstaltungen kleinere technische Probleme immer wieder auftreten und nicht in der Macht der Veranstalter liegen, doch dieser Meinung scheint Dr. Erös nicht zu sein. Wenn er kommt muss es klappen, sonst wird der Vortrag nicht gehalten. Lieber erregt man sich lauthals und erzeugt einen Eklat.

Reinhard Erös beim bemerken des zu kleinen Projektorbildes. Foto: Constantin Pläcking Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deutschland

Wütend, auf die Verantalter schimpfend, stampfte dieser aus dem Saal und ließ sich auch von mehreren Versuchen nicht mehr dazu bewegen, seine Entscheidung zu überdenken. Es fühlte sich an, als hätte man Majestätsbeleidigung an ihm begangen. An ihm, der so viel Gutes für Afghanisten tut, an ihm, der das Bundesverdienstkreuz trägt, an ihm, dem besten Kenner des Hindukusch auf der Welt. Das geht gar nicht, unter solchen Umständen wird nicht gearbeitet. “Ich bin Chirurg, wenn ich so organisiere sterben mir die Leute”

Ein solches Verhalten kommt einem doch recht seltsam vor, wenn man sich überlegt, welche Widrigkeiten dieser Herr doch am Hindukusch erleben mag. Dort wird doch vor allem Improvisationskunst und Spontanität gefragt sein. Wenn man mit den Taliban spricht, wird doch auch nicht alles gleich wunderbar funktionieren.

Warum ist dieser Mensch in Deutschland also ganz anders? Mit einem militärischen Tonfall beschimpft der Oberstarzt a.D. Studenten, die sich, dank Bachelor, in ihrer knapp bemessenen Freizeit engagieren und Vorträge organisieren. Vielleicht ist es besser wenn sich dieser Herr weiter in Afghanistan einsetzt, anstatt in Deutschland Menschen anzuschreien, die ihm nicht passen, für Vergehen, die keine sind. Am Hindukusch scheint dieser Mann wohl wirklich gut aufgehoben zu sein.

Dr. Reinhard Erös scheint dafür bekannt zu sein solche Wutausbrüche zu haben. Immerhin ist dies nicht das erste mal, dass dieser den Saal wütend verlässt:

  1. http://www.main-netz.de/nachrichten/region/lohr/lohr/art3993,956005
  2. http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Leinwand-zu-klein-Referent-laesst-Vortrag-platzen-id17297036.html
  3. http://www.weser-kurier.de/region/zeitungen_artikel,-Referent-laesst-Vortrag-platzen-_arid,84996.html
  4. http://www.gea.de/region+reutlingen/ueber+die+alb/unruehmliches+ende+fuer+alle.2492767.htm
  5. http://www.freitag.de/autoren/christianberlin/eklat-beim-freitag-salon

Außerdem interessant: http://www.taz.de/!47476/ vor allem die Leserkommentare

14 Responses

  1. Dr.Rolf Gramm

    auch in Braunschweig sagte Eroes zwei Tage vor dem geplanten Vortragstermin ab, irrig der Meinung, es sein kein Hotelzimmer für ihn gebucht. Es war auf den Namen des Veranstalters gebucht und nicht auf seinen! Aufklärung konnte nicht gegeben werden, da er cholerisch den “Hörer auf die Gabel” knallte
    Dr. Gramm Braunschweig

  2. Sebastian Sonntag

    Dr. Errös hat sich in einfältiger Parallelität bei unserem Vortrag im Kubus-Saal in Ursensollen genauso benommen. Wegen kleiner technischer Probleme mit dem Beamer hat der die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Saales in unanständiger Weise beschimpft. Als ein Teilnehmer, der sich das nicht anhören wollte, aufstand und den Saal verließt, brannten dem arroganten und selbstherrlichen Mann die eh schon schwachen Sicherungen durch. Er weigerte sich, den Vortrag zu halten, beschimpfte aber in würdeloser Weise beim Abgang noch etliche der Zuhörer, führte sich auf wie ein überdrehtes Rumpelstilzchen, indem er mehrere Male aus seinem Auto heraussprang, um wieder einen Teilnehmer wegen irgendeiner Bemerkungen anzuschreien und ihm klar zu machen, was “er für ein kleines Würstchen” gegen ihn, den großen Zampano sei. Wir haben ihm als Veranstalter, Katholische Erwachsenenbildung daraufhin klar gemacht, dass wir nach zahllosen mit ihm durchgeführten Veranstaltungen in Zukunft ihm keine Bühne mehr anbieten werden für seine rüpelhafte Art. Ich wünschte, es würden mehr so konsequent handeln. Sebastian Sonntag, 1. Vorsitzender KEB Amberg-Sulzbach

  3. Pingback : Unterrichtsmaterial: Geschichte Afghanistans im 20. Jahrhundert | Medien im Geschichtsunterricht

    1. cplaecking

      Was ist an der Darstellung falsch oder lächerlich? Das würde ich gerne wissen. Es ist genau das was Erös gemacht hat.

  4. Michael Buschheuer

    Hat nicht jeder Mensch Fehler und Schwächen?
    Diese haben sich zwar in Anbetracht der Situation nach vorne gedrängt, aber gehören sie denn dort hin?
    Die Hybris Erös ist nicht eine persönliche Angelegenheit, sondern ermöglicht vermutlich Abertausenden eine Chance im Leben.
    Das ist zwar niemals eine Entschuldigung für persönliches Fehlverhalten, aber dies gilt es zu bedenken wenn man an Herrn Erös kratzt. Man kratzt nicht nur an ihm.
    Dies würde man tun, wenn man im kleinen Kreise kommuniziert und nicht öffentlich einsehbar.
    @Sebastian Sonntag: Ihre Meinung mag richtig sein, ihr gebührt aber auch keine Bühne.
    Michael

  5. Josef H.

    Ich habe in den letzten Jahren mehrere Veranstaltungen für Dr. Erös in Schulen organisiert (bei denen er jedes Mal mehrere hundert Euros an Spenden erhielt) und kann obige Berichte nur bestätigen: Er antwortet nicht auf Emails, kommt zu spät, mault herum, beschimpft Zuhörer und Helfer, hört einfach 20 Minuten früher auf und verschwindet. Auch die Qualität der Vorträge wurde immer schlechter.
    Ich frage mich, ob er sich in Afghanistan auch so aufführt?

  6. Hi, heute durfte er auch bei uns an der Berufschule einen Vortrag halten. Auch unsere Aula war gut mit Schüleren bestückt. Keine 5 Minuten nachdem er angefangen hatte zu reden, brüllte er los und beschimpfte die Lehrer vor uns, was für dumme Schuler sie doch haben, wenn sie die wichtigkeit seiner Arbeit nicht schätzen und währedn er sprach redeten. Klar, es war bestimmt von uns auch nicht sehr Taktvoll ihm ins Wort zu fallen, aber wie er seinen Laptop abstekte, Ihn wutentbrant in die Tasche stopfte und immer wieder mit uns und unseren Lehrern sprach, war einfach unfassber.

    Wie konnte so ein man nur solche “Wunder” in Afghanistan bewirken?

    Auf bitten und flehen von dern Lehrern und UNS SCHÜLERN und einer Aufrichtigen Entschuldigung, redeter er doch weiter.

    Bis zum Schluss.

    Ganz ehrlich: er ist wirklich mit Herzblut an der Sache UND es war ach ein sehr guter Vortrag, aber das ganze Schrein & Brüllen hätte er sich sparen können!

  7. Egmar Gaessler

    Auch ich habe diesen Erös am 7. und 8. 11. 2015 in Wildbad Kreuth bei einem Seminarwochenende der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung erleben müssen, und ich kann nur sagen, daß ich ihn nie im Straßenverkehr erleben will. Vielleicht ist er ja durch seine Einsätze derart traumatisiert, daß er sich besser in ärztliche Behandlung begeben sollte als auf ein Podium?
    Was das inhaltliche betrifft, war ich außerdem sehr über seine Aussagen über die Gegend, in der die von ihm genannten Tätigkeiten erfolgen, überrascht, Ich bin nämlich aus beruflichen Gründen auch mit Afghanistan verbunden und auch dort unten im Süden wo außer dem KSK keine Deutschen stehen.

    1. KURT

      Dieser “Mensch” hat eindeutig ein Problem. Seine Vorträge sehen so aus : 20% Vortrag und 80% öffentliches Beleidigen sowie niedermachen einzelner Personen.

  8. Pingback : Cs- und Pfeffergas - Seite 8

  9. XY

    Heute hielt Herr Erös auch an unserer Schule einen Vortrag, allerdings lief es nicht so wie es sich manche wahrscheinlich gewünscht hätten.
    Am Anfang verwies er einen Schüler, dann einen Lehrer, der nur den Vorfall später klären wollte. Keine 10 Minuten später machte er rasistische Anmerkungen, woraufhin ein Schüler den Saal verließ, da er es respektlos fand. Daraufhin fragte er in den Raum, ob es normal an unserer Schule wäre, dass wir gehen und kommen, wann wir Lust dazu haben. Daraufhin erklärte der Schüler, dass er sich solche rasistischen Anmerkungen nicht anhören müsse. Wutentbrannt schrie er, dass es ihm reicht, was wir uns einbilden, wer wir seien und schlug Laptop zu und verließ den Saal. Eigentlich schade… Wir hatten uns sehr darauf gefreut mehr über Afghanistan zu lernen, da wir nicht viel über dieses Land wussten, aber jemand der uns Schüler und unser Lehrerkollegium als dumm und respektlos bezeichnet kann auch ruhig gehen.

  10. Nick

    Am heutigen Tag freute ich mich auf einen Vortrag des Herrn Erös beim Euro-Arabischen-Freunde e.V. in München.

    Es handelte sich um eine Saal in einem Gasthaus, bei der es auch Speisen und Getränke gab. Eigentlich eine gemütliche Atmosphäre, überwiegen kamen bis 20 Uhr ältere Besucher um sich den Vortrag anzuhören.

    Als dann gegen 20 Herr Erös auftauchte, war er völlig erbost und angefressen, dass man ihm keinen Parkplatz zur Verfügung gestellt habe und er jetz eine halbe Std auf der Suche gewesen sei. Er sei schon kurz davor gewesen wieder zu fahren!

    Jetz muss ihn wohl eine Zuhörerin beim Aufbau seiner Technik unberechtigt angesprochen haben bzgl seines “späten” Erscheinens. Jedenfalls flippte er völlig aus. So was müsse er sich nicht bieten lassen, er würde sofort wieder fahren.

    Nach einigen Bemühungen seitens der Veranstalter kam der Referent der bereits den Saal verlassen hatte, wieder zurück und schrie die Frau an, dass entweder sie den Raum verlassen müsse oder er sonst ginge. (Die Frau verlies darauf hin den Raum)

    Jetz war die Technik aber immer noch nicht passend – zugegeben alles ein wenig unprofessionell seitens des Veranstalters. Aber bei dem erfahrenen Vortragenden Erös wohl nix was einen aus der Bahn werfen sollte.

    Nun wurde er vom Veranstalter begrüßt und eingeführt. Er sagte zwei Sätze und konfrontierte dann einen Zuhörer, dass er ruhig fertig essen solle, dann erst würde der Vortrag beginnen….

    “…wie respektlos das doch sei, in Afghanistan würden die Kinder verhungern, während sich hier die Leute ein Schnitzel reinschieben…”

    Jetz folgte eine Rechtfertigung des Schnitzelessers, woraufhin der Dr. E wieder komplett entgleiste und nun entgültig den Vortrag abbrach.

    Alles in Anwesenheit völlig unschuldiger und interessierter vernünftiger Leute.
    So war die Sache nach etwa 20 Minuten erledigt. Der Veranstalter blieb mit peinlich berührtem Eindruck zurück. Das Auditorium verließ verstört den Raum.

    Der Dr. E. setzte sich äußerlich völlig unbeeindruck ins Wirtshaus und bestellte ein Bier.

    Mir ist es absolut unverständlich wie wenig Nerven und Empathie jemand haben kann, der so erfahren in Krisenmanagement und Menschenkenntnis sein muss wie der Dr.

    Heute wurden zahlreiche motivierte und anständige Menschen die nicht zuletzt auch unpolitische Spender für das Erös-Projekt sind, grundlos von einem posttraumatisierten überforderten Stammesfürsten vor den Kopf gestoßen!

    Herzlichen Glückwünsch.

  11. Markus

    @Michael Buschheuer:
    Wer so etwas schreibt “@Sebastian Sonntag: Ihre Meinung mag richtig sein, ihr gebührt aber auch keine Bühne.” ist entweder arrogant, hat mentale Probleme oder bringt sich hier ein “http://sea-eye.org/” .
    Bei Ihnen scheint alles drei zusammenzukommen..

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