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Universität Tübingen streicht Hilfskräften das Weihnachtsgeld

Es ist schon bereits klar welche Ausrede sich die Universitätsleitung für diesen Schritt einfallen lassen wird: “Die Gelder sind knapp und nach Wegfall der Studiengebühren muss man sparen”. Deswegen hat die Universität allen studentischen Hilfskräften das Weihnachtsgeld ersatzlos gestrichen. Einfach so und aus heiterem Himmel heraus. Das Interessanteste ist dabei aber noch ein ganz anderes Faktum. Den Betroffenen wurde diese recht signifikante Lohnkürzung ganz einfach nicht mitgeteilt. Nur per Zufall erfährt man über diesen Schritt. Und zwar dann wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Dieses Verhalten alleine zeigt schon, dass sich der Rektor und sein Stab sehr wohl bewusst sind, dass es bei den Betroffenen dieser Lohnkürzung nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen wird, weil es vor allem die Schwächsten trifft. Schließlich haben die Hilfskräfte keine Vertretung im Personalrat und sind auch sonst nicht irgendwie organisiert. Dass dies auch nicht Zustande kommt liegt an Zeitverträgen die meistens nur auf ein Semester beschränkt sind und nur bei Bedarf verlängert werden. Oder eben auch nicht.

Deswegen fordert der AK studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte nun von der Universität die sofortige Rücknahme der Lohnkürzung. Vor allem weil Hilfskräfte zwar immer häufiger für jegliche Arbeit in der Uni herangezogen werden, sozusagen als billige Zeitarbeiter eingesetzt werden. Für einen Lohn von um die 8€ pro Stunde. Die Arbeit, so der AK, ist ein Grundpfeiler des Universitären Alltags welcher ohne studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte in sich zusammenfallen würde.

Wenn man sich gegen diese Entscheidung zur Wehr setzten will kann dies durch die Eintragung in die Online Petition des AK machen…

https://www.openpetition.de/petition/online/weihnachtsgeld-fuer-hiwis-der-uni-tuebingen

…oder er informiert sich über weitere Möglichkeiten auf der Webseite des AK:

http://hiwistuebingen.blogsport.de/

PS: Lieber AK. Wenn einer von euch das ließt: Wenn ihr alle studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte vertreten wollt, dann nehmt bitte den Roten Stern von eurer Webseite. Wer hat sich denn das ausgedacht? Keiner will die sozialistische Revolution ausrufen, sondern wir wollen gut vertreten werden. Und ich hab nicht das Gefühl von euch vertreten zu werden wenn ich das aktuelle politische System in Deutschland noch gut finde. Genau das ist das Problem der Studierendenvertretung in Tübingen. Sie ist viel zu politisiert. Man sollte an einem Strang ziehen um was zu erreichen, egal welche Partei man wählt. Und da gehören politische Symbole nicht hin. (Das musste mal gesagt werden, weil es mich so aufregt.)

Die Universitätsleitung verbreitete heute (11.12.12) folgende Rundmail:

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

 viele von Ihnen haben eine Protestpetition gegen die Abschaffung der
 Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) für studentische und 
 wissenschaftliche Hilfskräfte unterschrieben. Als mir diese Unterschriften 
 vergangene Woche übergeben wurden, habe ich in einem konstruktiven Gespräch 
 mit Vertretern der Studierenden die Gründe erläutert, die das Rektorat 
 zu seiner Entscheidung bewogen haben. Ich möchte diese Gründe hiermit 
 auch allen mitteilen, die an diesem Gespräch nicht teilgenommen haben.

 Da die Jahressonderzahlung nur diejenigen erhielten, die zum Stichtag 
 1. Dezember einen Vertrag hatten und dies einer gewissen Zufälligkeit
 unterliegt, wurde die bisherige Regelung zum Weihnachtsgeld vielfach 
 als ungerecht betrachtet. Hinzu kommt, dass uns immer wieder von
 Schwierigkeiten berichtet wurde, wenn Studierende durch die Sonderzahlung 
 über die Geringfügigkeitsgrenze kamen und damit sozialversicherungs-
 pflichtig wurden. Schließlich kam es auch bei den Instituten zu Problemen 
 bei der Bewirtschaftung ihrer Mittel, wenn die Sonderzahlungen abgebucht
 wurden, da sich diese nicht leicht im Vornherein berechnen lassen. 
 Im Gegenzug zur Abschaffung der Sonderzahlung haben wir die Stundensätze 
 über die vorgesehene Erhöhung hinaus bis zur rechtlich möglichen 
 Obergrenze erhöht und damit einen gewissen Ausgleich geschaffen, von 
 dem dann wirklich alle Hilfskräfte profitieren.

 Mir ist auch wichtig zu betonen, dass diese Entscheidung keine Sparmaßnahme 
 der Universitätsleitung ist, sondern dass die Institutsetats dadurch nicht
 verringert wurden. Die Universität Tübingen war in Baden-Württemberg  
 auch eine der letzten Universitäten, die die Sonderzahlung noch bezahlt hatte.

 Die Entscheidung über die Abschaffung der Jahressonderzahlung wurde bereits
 Anfang des Jahres allen Instituten kommuniziert. Alle seither 
 abgeschlossenen Verträge sind auch entsprechend ausgefertigt worden. 
 Ich bedauere sehr, dass diese Information in den Instituten offenbar 
 nicht immer und in vollem Umfang an Sie alle weitergegeben wurde.

 Ich hoffe, auch weiterhin auf Ihr Engagement zählen zu dürfen, und 
 verbleibe mit den besten Wünschen

 Professor Dr. Bernd Engler
 Rektor der Universität Tübingen
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