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Video: Dies Universitatis vs. AlDi. Warum spaltet sich die Studierendenschaft?

Wenn man als Erstsemester nach Tübingen kommt und sich dafür interessiert was man neben dem Studium machen kann, wo man sich engagieren kann, steht man zu allererst vor einem Rätsel. Warum gibt es zwei verschiedene Veranstaltungen, die parallel laufen, und beide einen Markt der Möglichkeiten anbieten?

Der Grund ist ein Einfacher. Manche Gruppen verstehen sich nicht mit anderen Gruppen. Und zwar so sehr, dass man es noch nicht mal schafft sich dazu zu bewegen bei der gleichen Veranstaltung teilzunehmen.

Konkret geht es um die Fachschaften Vollversammlung und weitere dem linken Spektrum zuzuordnende Gruppierungen. Diese haben Probleme mit dem Auftreten von studentischen Verbindungen beim offiziellen Dies Universitatis. Hauptsächlich mit dem sogenannten „Tragen von Farben“, also dem Tragen eines farbigen Bandes um die Brust und anderen Erkennungsmerkmalen wie Mütze und Jacke.

Die Kritik an Verbindungen ist dabei weitreichend, aber im Großteil auch recht undifferenziert, weil die verschiedensten Verbindungen dabei alle in einen Topf geschmissen werden und grundsätzlich als nationalistisch bezeichnet werden. Dieses Video versucht ein wenig Aufklärung zu betreiben.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=FpDMTG2D2wI&w=853&h=480]

Die Grundsätzliche Kritik der Gruppierung AK Clubhausia wurde auch in einem Reader zusammengefasst, welcher hier einzusehen ist: http://clubhausia.fsrvv.de/clubhausia_reader.pdf

Wer sich für das ganze Interview mit Timo Versemann – Aktivist der FSVV interessiert, kann es hier komplett abrufen: http://www.youtube.com/watch?v=NKqR8MTXn-E

Außerdem gibt es hier auch das komplette Interview mit Prof. Dr. Stefanie Gropper – Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre: http://www.youtube.com/watch?v=O3bNvvfBZFg

Edit: 23.10.12, 21:10 Uhr als Reaktion auf den Kommentar von Tobias Kaphegyi

0 Response

  1. Tobias Kaphegyi

    Lieber Constantin,
    vielleicht solltest Du bei aller Pseudoobjektivität dazuschreiben, dass Du selbst bei der Stuttgardia aktiv bist. D.h. Dein subjektiver Bericht resultiert – und da sieht man mal wieder die Wirkung der studentischen Verbindung als Lebensbund – darauf, dass es Deine Aufgabe als Mitglied einer Verbindung ist, die studentsichen Verbindungen vor allen KritikerInnen zu schützen. Eigenes Denken und selbstständiges Filmemachen? Fehlanzeige. Da haltet ihr doch – ob Naziburschenschaft oder FDP-nahe Stuttgardia doch wieder gerne zusammen. Deshalb sind diejenigen böse und intolerant, die am Verbindungswesen Kritik üben. Das kann man als Lebensbundmitglied natürlich nicht so stehen lassen und schimpft mit den bösen Linken, dass sie individuell für sich kritisch denken und – oh Gott, wie böse – die “Studentenschaft spalten”. Wie wenn die “Studentenschaft” ne homogene Masse sein sollte. Es heisst übrigens “Studierendenschaft” (da sind inzwischen mehr Frauen als Männer). Aber bei Geschlechterrollen seit ihr Euch als Verbindungen ja auch über viele Dachverbände hinweg relativ ähnlich. Übrigens die linke Kritik ist sehr differenziert (siehe Tübinger Verbindungsreader). Einfach mal lesen! Das Argument ihr würdet alle in einen Topf geworfen, lernt ihr ja so auswendig aus euren “keilfiebeln” (Verbindungsinternes Schulungsmaterial zum Anwerben von Neulingen). Sie ist aber längst überholt, da den Kritikern, die Unterschiede hinlänglich bekannt sind, solche Erziehungsrituale und -Strukturen, wie Lebensbund, Kneipe und Convent von den allermeisten studentischen Verbindungen praktiziert werden.
    Beste Grüße

    1. cplaecking

      Lieber Tobias,

      ich möchte mich deiner ausführlichen Kritik auf die folgende Weise nähern:

      1. Zur Inhaltlichen Kritik:
      – Du nennst ihn einen “subjektiver Bericht”. Nach nochmaligem Ansehen ist die einzig subjektive Stelle im Text zum Video zu finden, wo ich die Kritik undifferenziert nenne. Das ist in der Tat eine Meinung und ich werde diesen Teil entfernen.

      – Du hast Recht: Es sollte Studierendenschaft heißen.

      2. Zur Persönlichen Kritik:
      – Es ist wahr. Ich, der Autor, bin nicht nur Journalistisch unterwegs, sondern auch Mitglied bei der AG Stuttgardia. Ich habe diesen Beitrag nicht als Verbindungsstudent gemacht und bin deswegen auch nicht als solcher aufgetreten, sondern aus folgendem Grund: Ich habe mich gefragt warum es diese Trennung gibt. Selbstverständlich habe ich auch Einflüsse aus meinem Freundeskreis. Genau so wie Du sie aus deinem Freundeskreis hast. Hier habe ich allerdings versucht einen objektiven Beitrag zu machen der die Situation beschreibt. Und ich glaube auch immer noch, dass mir das auch gelungen ist (abgesehen von obrigem).

      – Ich habe euren Verbindungkritischen Reader tatsächlich gelesen in der Vorbereitung auf den Beitrag. Er hat mich nicht davon überzeugt, dass alle Verbindungen böse sind.

      – Du behauptest ich würde nicht selbstständig Filmemachen und eigenständig Denken. Wer einen eigenen Blog eröffnet (der übrigens gerne auch noch weitere Autoren aufnimmt) und mit eigenem Kit selbst einen Beitrag macht, ist, finde ich, selbstständig. Und ob ich von einer ominösen äußeren Macht gelenkt bin kannst du nicht wissen, sondern nur ich (eigentlich auch nicht) und vielleicht der Marionettenspieler. Bis jetzt habe ich aber keine Schnüre an mir gefunden.

      – Du behauptest ich würde alle Verbindungen schützen. Das stimmt nicht, denn ich habe mich nicht zu anderen Verbindungen geäußert. Ich habe eine Stimme zu Wort kommen lassen und die hat nur gesagt, dass sie das Band ausschließlich deswegen tragen um ihre Zugehörigkeit zu zeigen.

      – Zur Spaltung der Studierendenschaft: Ich finde es in der Tat bedenklich wenn die Differenzen, nebenbei bemerkt nur von “linker” Seite ausgehend, so unüberwindlich sind, dass man sich nicht einmal auf der gleichen Veranstaltung zeigen will. Das Band ist dabei, so finde ich, ein vorgeschobener Grund. Denn wenn die eine Seite ein T-Shirt tragen darf auf dem z.B. “Akademischer Ruderbund” steht dann sollte ein Verbindungsstudent auch sein Band tragen dürfen. Aber hier kann man Kompromisse finden.


      3. Zu deiner Kritik an Verbindungen antworte ich zur Stuttgardia. Zu Anderen kann ich mich nicht äußern:

      – Verbindungen halten nicht grundsätzlich zusammen. Wir sind z.B. gar nicht Mitglied im AKTV. Außerdem haben die Verbindungen der Deutschen Burschschaft bei uns Hausverbot sowie auch alle anderen Verbinduneg denen wir rechte Tendenzen unterstellen.

      – Wir haben keinen Dachverband.

      – Es existieren bei uns keine “Keilfiebeln” die ich je gesehen hätte. Jede Meinung habe ich mir schon selbst gebildet. Dazu braucht es aber auch keine vorgefertigte Lektüre.

      – Ich habe mich nicht ein einziges mal so gefühlt als ob ich einem Erziehungsritual unterworfen wäre. Ja, die Stuttgardia hat das Lebensbundprinzip. Aber es ist trotzdem jedem überlassen ob er_sie sich dafür entscheidet.

      – Die Kneipe ist, zumindest bei uns, einfach ein geselliges Zusammenkommen um uns zu feiern und dabei Bier zu trinken und zu singen. Grundsätzlich finde ich daran nichts Verwerfliches.

      – Der Convent ist bei uns alles anderes als eine von Oben herunter kommandierte Veranstaltung. Das wüsstest du, wenn du mal da gewesen wärst. Es gibt zwar auch Regeln beim Ablauf, diese beihalten aber nur Sachen wie Rednerliste, Zwischenrede und GO-Anträge. Alle Neuen dürfen bei den Conventen mitstimmen.

      – Ach ja zu den Geschlechterrollen. Wir sind gemischt. Mit gleichen Rechten und Pflichten für alle.

      Zum Ende möchte ich sagen, dass es wichtig ist in einen Dialog zu treten. Nur so können Vorurteile, die auf beiden Seiten vorhanden sind, abgebaut werden. Die Aussage: “Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein” finde ich einfach nur lächerlich (stammt nicht von dir, sondern aus dem Vortrag).

      Beste Grüße zurück

      Constantin

      PS: Du nutzt das Wort “KritikerInnen”. Ich möchte dich darauf hinweisen, dass es “Kritiker_innen” heißen sollte, da es auch Menschen gibt die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen.

    1. cplaecking

      Zur Zeit haben beide Tübinger Bünde der DB bei der Stuttgardia Hausverbot. Das ist ein Fakt. Wenn jemand in letzter Zeit trotzdem da war, so ist das nicht in Ordnung.

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