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Semesterticket. Albstadt ja, Stuttgart nein? Warum NRW es besser macht.

Kommt man zum Studieren nach Tübingen, kann man sich, zusätzlich zur sogenannten Sockelfinanzierung von 22,50 € die jeder bereits im Semesterbeitrag bezahlt hat,  für 62,50 € das Semesterticket für das Naldo-Netz holen. Das ist gut, denn man kann mit dem Bus zur Uni fahren und muss nicht im Regen laufen oder mit dem Fahrrad den Berg hoch strampeln. Außerdem kann man sich einige Sehenswürdigkeiten auf der Schwäbischen Alb wie die Burg Hohenzollern anschauen, ohne dafür eine weitere Fahrkarte kaufen zu müssen.

Foto: Constantin Pläcking – Lizenz: Creative Commons BY – SA 3.0 Deutschland

Schaut man nur nach Tübingen, kommt einem das als ein gutes Angebot vor. Doch diese Illusion bleibt nicht lange bestehen schaut man ein wenig über den Tellerrand. In Nordrhein-Westfahlen zum Beispiel bekommt jeder das Semesterticket für seinen Verkehrsverbund durch den Semesterbeitrag finanziert. Dieser ist zwar etwas höher, wird aber von jedem bezahlt und jeder bekommt dafür das Ticket. Ein Studierender an der Universität Köln zahlt im Beitrag enthalten also 104,90 € im Semester und bekommt dafür das Ticket für den VRS. Zum Vergleich: Wir zahlen 85 € für unseren Verkehrsverbund Naldo.

Das hört sich jetzt besser an als Köln, doch wenn man die Zusatzoptionen anschaut wird NRW doch besser. Für 42,40 € bekommt man das sogenannte Semesterticket NRW hinzu. Hiermit kann man das gesamte Semester im gesamten Bundesland mit allen zum Regionalverkehr gehörenden Verkehrsmitteln fahren. Doch damit nicht genug. Mit dem Semesterticket kann man (im eigenen Verkehrsverbund) auch noch eine Person mitnehmen. Einfach so. Das bedeutet also ein Student in NRW zahlt 147,30 € im Semester um damit im ganzen Land fahren zu können und in seiner Unistadt auch noch eine Person mitnehmen zu können.

Die einzige Option die wir haben ist das Anschlussticket VVS. Für 264 € extra im Semester können wir in Richtung Stuttgart länger als 15 min im Regionalzug sitzen ohne, dass unser Ticket seine Gültigkeit verliert.

Nur für die Möglichkeit auch das VVS-Gebiet nutzen zu können um vielleicht in eine einigermaßen große Stadt fahren zu können zahlt ein Student in Tübingen also fast 350 € im Semester. Das ist mehr als doppelt so viel wie das was ein Student in NRW bezahlt um das gesamte Bundesland bereisen zu können. Städte wie Freiburg, Heidelberg, Ulm und Friedrichshafen können wir uns bereits komplett abschminken. Selbst mit richtig viel Geld gibt es noch nicht einmal die Möglichkeit ein BW-StudiTicket zu kaufen.

Nun fragt mich folgendes: Warum ist es nicht möglich uns Tübingern (und natürlich auch den Heidelbergern, Freiburgern und Stuttgartern) ebenfalls ein Semesterticket für Baden-Württemberg zu geben? Es müsste natürlich etwas mehr kosten als die 85 €, das ist klar. Aber es scheint ja möglich zu sein etwas Vergleichbares für ca. 150 € auf die Beine zu stellen. Fehlt da der politische Wille? So scheint es. Und da verwundert es auch nicht mehr, dass es immer mehr Busverbindungen wir z.B. bei DeinBus.de gibt.  Hätte jeder bereits ein Ticket nach Freiburg in der Tasche würde er wohl eher mit dem Zug fahren.

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